Kreis Olpe ernennt offiziellen Breitbandkoordinator

Vergabeverfahren für flächendeckenden Breitbandausbau im Kreis Olpe läuft planmäßig

Flächendeckendes Internet mit mindestens 50 Mbit/s – diesem Ziel ist der Kreis Olpe nun einen weiteren Schritt näher gekommen: Mehrere Bieter wollen ein Angebot für den Breitbandausbau in den bisher unterversorgten Gebieten im Kreis Olpe abgeben. Dies ist das Ergebnis eines europaweiten Teilnahmewettbewerbes, den der Kreis Olpe kürzlich ausgeschrieben hatte (wir berichteten). Im nächsten Schritt geht es nun darum, die technischen Leistungsanforderungen genau festzulegen und mit den Bietern in ein Verhandlungsverfahren einzusteigen.

„Dabei soll eine möglichst optimale Anbindung der bisher schlecht versorgten Gebiete im Kreis Olpe herauskommen“, erläutert Martin Dornseifer, der seit Kurzem die Aufgaben des Breitbandkoordinators beim Kreis Olpe offiziell wahrnimmt. Er kennt die Breitbandversorgung im Kreisgebiet genau und weiß, wo dringend etwas in Sachen Breitbandausbau getan werden muss. Dazu ist er im ständigen Gespräch mit den Kommunen und den Netzbetreibern, vermittelt die notwendigen Kontakte und arbeitet an Konzepten für die zukünftige Versorgung mit. „Eine spannende, aber auch herausfordernde Aufgabe“, so Martin Dornseifer, der bereits auf jahrelange Erfahrung als Projektmanager bei der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH zurückblicken kann. „Aufgrund der äußerst komplexen Vorgaben im Vergabe- und Zuwendungsrecht wird es Frühjahr 2017 werden, bis wir tatsächlich einen Auftrag erteilen können“, erläutert Martin Dornseifer weiter. Ziel ist es, spätestens im Jahr 2019 mit dem Ausbau fertig zu sein und flächendeckend schnelles Internet bereitzustellen.

Breitbandkoordinator Martin Dornseifer (rechts) erläutert Landrat Frank Beckehoff die nächsten Planungsschritte. (Foto:Kreis Olpe)
Breitbandkoordinator Martin Dornseifer (rechts) erläutert Landrat Frank Beckehoff die nächsten Planungsschritte. (Foto: Kreis Olpe)

Bereits Anfang des Jahres hatte der Kreis Olpe in enger Abstimmung mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden einen Förderantrag zur Unterstützung des Breitbandausbaus gestellt, da ein eigenwirtschaftlicher Ausbau der Netzbetreiber in vielen Bereichen des Kreises Olpe nicht in Aussicht steht. Als einer der ersten Kreise in Nordrhein-Westfalen erhielt der Kreis Olpe Ende April 2016 eine Förderzusage des Bundes über rd. 5,1 Mio. Euro (wir berichteten). Inzwischen hat auch das Land NRW grünes Licht für das weitere Verfahren gegeben und außerdem noch eine finanzielle Unterstützung für die Einrichtung der Stelle des Breitbandkoordinators bewilligt.

Darüber freut sich auch Landrat Frank Beckehoff: „Eine gute Breitbandversorgung ist ein ganz entscheidender Standortfaktor. Zusammen mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden arbeiten wir seit Jahren intensiv daran, hier eine Verbesserung für unsere Region zu erreichen. Endlich fließen nun auch Fördergelder von Bund und Land.“ Dabei sei die Zielvorgabe von 50 Mbit/s sicherlich nur ein weiterer Zwischenschritt. Ziel müsse es sein, langfristig eine Glasfaseranbindung für Betriebe und Haushalte herzustellen. „Nur dann sind wir zukunftssicher aufgestellt und können die guten Lebensbedingungen im Kreis Olpe sichern und ausbauen“, so der Landrat.

Glasfaserausbau vereint Kommunen und Kreis Soest

Der Kreist Soest hat am 30.6.2016 einer Kofinanzierung einstimmig zugestimmt und will alle Gewerbe- und Ortslagen, die bisher unterversorgt sind, mit schnellem Internet, möglichst per Glasfaser bis in das Haus, ausstatten. Alle 14 Bürgermeister des Kreises unterstützen diese Initiative. Nun sollen Fördermittel von Bund und Land beantragt werden. Das Breitbandförderprogramm des Bundes ermögliche dem Kreis Soest unter Kofinanzierung des Landes einen Breitbandausbau unterversorgter Gebiete auf mindesten 50 Mbit/s, heißt es dazu in der entsprechenden Beschlussvorlage.

kreistag_soest
Soester Kreistag beschließt kreisweites Förderkonzept für Glasfasernetze. (Foto: Kreis Soest)

Voraussetzung dafür sei der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kreis und den Städten und Gemeinden. Die Vereinbarung regelt, wie die Ausbaugebiete bestimmt werden und dass der Kreis den Förderantrag stellt und das Ausschreibungsverfahren durchführt. Die Kommunen verpflichten sich zur Übernahme ihres jeweiligen Eigenanteils. Der Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung sowie die Bürgermeister der Städte und Gemeinden haben dem Vorgehen bereits zugestimmt. Nun solle der Förderantrag gestellt werden, um die Ausschreibung noch in diesem Jahr durchzuführen und im kommenden Jahr den Ausbau umzusetzen.

Nach Medienberichten herrschte unter den Parteien Konsens: Der Ausbau sei wichtig und der Kreis mit dem Projekt „auf einem gutem Weg“, sagte Landrätin Eva Irrgang. Man habe damit „den ersten Schritt getan“, so Günter Münzberger (FDP). Und weiter: „Alle Haushalte zu versorgen muss der nächste Schritt sein.“ 1994 habe der Kreistag zum ersten Mal über das Thema debattiert, erinnerte Wilfried Jäger (SPD). Seitdem sei vieles versucht worden, aber auch vieles gescheitert. So habe der Kreis noch vor wenigen Jahren 1,5 Millionen Euro „verbrannt“, als er auf eine zweifelhafte Funktechnik fürs fixe Internet setzte, die schon heute „restlos veraltet“ sei, erinnert Manfred Weretecki von den Linken. „Jetzt sind wir aber auf einem guten Weg, weil jetzt das Umfeld stimmt“, so Jäger. Horst Bernsdorf (CDU), seit Jahrzehnten im Politikbetrieb, ergänzt: „Ich kann mich an kein Beispiel für eine so gute Zusammenarbeit erinnern. Eine solche Initiative, wie sie gerade alle Kommunen im Kreis gemeinsam einfädeln, sei einzigartig in Deutschland.“ Auch der Soester Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer, sonst eher großer Skeptiker in Sachen Kreis, zollt vor allem Breitbandkoordinator Christoph Hellmann in diesem Fall ein großes Lob: „Beispielhaft.“

Die Antragsstellung auf Beratungsleistungen erfolgte bereits im Februar. Im April wurde die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen (TKG) damit beauftragt. Im Februar und im Juli 2016 wurden Markterkundung und Interessenbekundungsverfahren auf dem Breitbandportal des Bundes veröffentlicht (wir berichteten).

Die aktuelle Versorgung und die geplanten Investitionen der Netzbetreiber wurden ausgewertet und dann in das Infrastrukturkataster des Kreises eingetragen. Im nächsten Schritt wurde die Wirtschaftlichkeit zweier Fördermodelle geprüft und eines ausgewählt. Nun folgt die Kooperationsvereinbarung der Kommunen mit dem Kreis. Im Anschluss sollen die Förderanträge gestellt werden. Nach der Übergabe der vorläufigen Bewilligungsbescheide wird dann ein Betreiber für die Ausbaugebiete ermittelt.

Der Beschluss für den Breitbandausbau im Kreis Soest fiel einstimmig. Es ist geplant den Förderantrag zeitnah zu stellen, um das Ausschreibungsverfahren noch in diesem Jahr durchzuführen. Der Breitbandausbau kann dann 2017 erfolgen.

Lesen Sie die Presseberichte dazu hier:

https://www.soester-anzeiger.de/lokales/soest/kommunen-kreis-vereint-schnelles-internet-6538170.html

http://www.derpatriot.de/Wir-sind-auf—-einem-guten-Weg—c9ecca3e-0f77-427f-b0cf-29d5c39aa084-ds

Breitband-Dialog der Breitbandkoordinatoren NRWs

Breitbandkoordinatoren sind bekanntlich die ersten Ansprechpartner auf regionaler Ebene für ihren Kreis bzw. ihre kreisfreie Stadt und wichtige Multiplikatoren für das Land, um den Breitbandausbau in NRW voranzutreiben.

Im Rahmen einer ersten „Breitband Dialog“ Veranstaltung, wurde auf Einladung von Breitband.NRW am 14. Juni 2016 in Essen über aktuelle Themen zum Breitbandausbau in NRW informiert und diskutiert. Insbesondere wurde den Breitbandkoordinatoren erstmals eine Plattform für eine kreis‐ und bezirksübergreifende Vernetzung geboten. Im Fokus standen Fragen und der Austausch zu den Förderangeboten von Bund und Land, aber auch Best‐Practice‐Ansätze, wie der Breitbandausbau auch – oder gerade – marktgetrieben gelingen kann.

IMG_0198
Karl-Uwe Bütof, Abteilungsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen begrüßte die Breitbandkoordinatorinnen und Breitbandkoordinatoren NRWs

Das neue Breitband.NRW steht dabei als zentraler Ansprechpartner bei Fragen rund um den Breitbandausbau in NRW zur Verfügung und unterstützt die Kreise und Kommunen in NRW bei der Initiierung, Konzeption und Organisation von Breitbandprojekten. Gemeinsam mit den Breitbandkoordinatoren soll das Ziel einer landesweit flächendeckenden, leistungsfähigen Breitband‐Infrastruktur in NRW erreicht werden, vor allem aber durch die Investitionen der Telekommunikationsunternehmen, wie Abteilungsleiter Karl-Uwe Bütof aus dem MWEIMH in seinem Grußwort betonte.

IMG_0209
Martin Dornseifer stellte beim „Ersten Breitband Dialog NRW“ den Kreis Olpe als Best-Practice Beispiel vor.

Praxisbeispiele kamen aus dem Ennepe‐Ruhr‐Kreis (Marktwirtschaftlicher Ausbau), der Stadt Hamminkeln (Bürgerinitiative), dem Kreis Olpe (Erfolgreich im Bundesförderprogramm). Außerdem berichtete ein Vertreter des Breitbandbüros des Bundes zum Thema „Bundesförderprogramm – Lehren aus der ersten Tranche“ und ermunterte die Kommunen weiterhin zu einer Antragstellung im nächsten Förderaufruf, der voraussichtlich am 1.7.2016 gestartet werden soll.

Auch die neue Website von Breitband.NRW ging an diesem Tag offiziell in Betrieb.

Erfolgsbeispiel Kreis Olpe informiert bei Bezirksregierung Düsseldorf

Auf Einladung der Bezirksregierung Düsseldorf trafen sich am 18. Mai 2016 Vertreter von 40 Kommunen und Kreisen in Düsseldorf mit ausgewählten Experten zum Thema „Digitale Infrastruktur“. Das Breitbandbüro des Bundes und Breitband.NRW sowie die NRW.Bank und die gastgebende Bezirksregierung informierten die Gäste auf der Veranstaltung „Breitband-Förderprogramme richtig nutzen“ über die vielfältigen Förderangebote. Unter demselben Titel hatten im Januar schon die Bezirksregierung Arnsberg gemeinsam mit der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen in ihrem Regionalworkshop die Kreise und Kommunen aus ihrem Regierungsbezirk informiert (wir berichteten).

breitband_bezreg_dusseldorf
Überblick mit den wichtigsten Fördermöglichkeiten. Quelle: Bezirksregierung Düsseldorf

Auch die Bezirksregierung Düsseldorf unterstützt die Kommunen beim Aufbau zukunftsfähiger Infrastrukturen. So standen im Mittelpunkt der Veranstaltung Präsentationen und Diskussionen zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten durch EU, Bund und das Land NRW.

Das Best-Practice-Beispiel auf der Veranstaltung kam aus Südwestfalen: Der Kreis Olpe berichtete in Düsseldorf über sein erfolgreiches Praxisbeispiel für die Inanspruchnahme von verfügbaren Fördermitteln aus dem Bundesprogramm für den Breitbandausbau. Die dortigen praktischen Erkenntnisse decken sich mit dem Rat der Experten: „durch qualifizierte Beratungsunterstützung und engagiertes Vorgehen ist es aussichtsreich, die vielfältigen Breitbandfördermöglichkeiten abzurufen – die Betriebe und Haushalte werden es danken.“

Der Informationsaustausch sollte dazu beitragen, die Digitalisierung der Gesellschaft durch den Breitbandausbau unter Nutzung aller verfügbaren Fördermittel voranzutreiben, um den Ansprüchen von Industrie und Gewerbe sowie den zahlreichen unterversorgten Haushalten zu genügen. Schlüsselfaktoren zum Erfolg sind aus Sicht der Experten eine frühzeitige Beratung, die Abstimmung mit Nachbarkommunen und die Koordinierung der Aktionen und Vernetzung der Akteure auf Kreisebene, zum Beispiel durch Breitbandkoordinatoren.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf besteht ein großer Bedarf an infrastruktureller Modernisierung. Der Breitbandausbau ist als elementarer Baustein der Digitalisierung der Gesellschaft ein zukunftsweisendes Projekt, das Wirtschaft, Politik und Bevölkerung gleichermaßen betrifft, teilte die Bezirksregierung in einer Presseerklärung mit.

Planung für Breitband in Südwestfalen mit fast 500.000 Euro gefördert

Schon fast eine halbe Million Euro Fördergelder des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fließen nach Südwestfalen. Bundesminister Alexander Dobrindt hat am 26. April 2016 weitere 106 Förderbescheide für Mittel aus dem milliardenschweren Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau übergeben. Die Region Südwestfalen kann sich damit über Förderbescheide in Höhe von insgesamt 470.000 Euro freuen, darunter sind alle fünf südwestfälischen Kreise und auch einzelne Kommunen.

BMVI_wiese_sensburg_breitband

 

Kommunen und Landkreise mit unterversorgten Gebieten erhalten jeweils bis zu 50.000 Euro. Mit dem Geld können sie Ausbauprojekte für schnelles Internet planen und Antragsunterlagen für eine Bundesförderung dieser Projekte erstellen lassen. In einem zweiten Schritt vergibt das BMVI bis zu 15 Millionen Euro je Projekt, um die Umsetzung von Ausbauprojekten zu fördern.

Minister Dobrindt: „Das Bundesförderprogramm für schnelles Internet ist ein Riesenerfolg. Die große Nachfrage hält unvermindert an: Täglich erreichen uns neue Förderanträge, die wir schnell und unbürokratisch entschieden. Wir machen allen Kommunen und Landkreisen ein Angebot, das Bundesprogramm zu nutzen, damit es bis 2018 auf der Landkarte keine weißen Flecken mehr gibt.“

Seit Beginn des Bundesprogramms am 18. November 2015 konnten bereits 336 Förderanträge von Kommunen und Landkreisen aus ganz Deutschland positiv beschieden werden. Mit dem Bundesförderprogramm sollen unterversorgte Gebiete einen Netzzugang von mindestens 50 Mbit pro Sekunde erhalten. Der Netzausbau wird technologieneutral gefördert. Der Fördersatz beträgt 50 bis 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Da das Bundesprogramm mit Förderprogrammen der Länder kombinierbar ist, kann der Förderanteil auf bis zu 90 Prozent gesteigert werden. Insgesamt stehen für die Breitbandförderung aus Bundesmitteln rund 2,7 Milliarden Euro bereit.

bmvi_mk_breitband_deckert_1

 

Unterstützung bei der Antragsstellung für Beratungs- und Ausbauleistungen und in dem weiteren Verfahren erhalten die südwestfälischen Kreise, Städte und Gemeinden von der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen (TKG-SWF) und den Breitbandkoordinatoren. „Als kreiseigene Telekommunikationsgesellschaft sind wir grundsätzlich anbieter- und technologieneutral“, erklärt TKG-SWF Geschäftsführer Stefan Glusa. „Seit 2008 stellen wir unseren Kreisen und Kommunen beim Thema Breitband wichtige Infrastruktur-Informationen bereit und haben die richtigen Ansprechpartner und Experten für die komplexen technischen, rechtlichen und finanziellen Fragen.“ Dank der Fördermittel aus Berlin kann die Arbeit am Ausbau von Breitbandnetzen in Südwestfalen nun konsequent fortgesetzt werden.

Förderzusage über 6 Mio. Euro für Kreis Olpe

Der Kreis Olpe erhält in der kommenden Woche als einer der bundesweit ersten Kreise einen Förderbescheid über rund 6 Millionen Euro für den Breitbandausbau. Martin Dornseifer, Breitbandkoordinator des Kreises Olpe wird den Bescheid vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, am 28.04.2016 persönlich entgegennehmen.

olpe_breitband_foerderbescheid.
Die ersten Förderbescheide für Ausbaumaßnahmen werden am 28.04.2016 übergeben. Der Kreis Olpe erhält rund 6 Mio. Euro. (Foto: BMVI)

„Wir wollen die Breitbandversorgung in den derzeit noch unterversorgten Gebieten des Kreises Olpe entscheidend voran bringen. Deshalb haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, um im ersten Förderaufruf des Bundes bereits erfolgreich zum Zuge zu kommen“, freut sich Landrat Frank Beckehoff. Ziel ist eine möglichst flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 50 Mbit/s bis zum Jahr 2019. Dazu sollen zahlreiche der sogenannten Kabelverzweiger im Kreisgebiet mit Glasfaser angebunden werden. Von dort aus werden die Haushalte zwar weiterhin über Kupferkabel versorgt, die Übertragungsgeschwindigkeit wird im Vergleich zur bisherigen Versorgung aber deutlich verbessert. Die zukünftigen Ausbaugebiete wurden in enger Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden, die bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktivitäten zur Verbesserung der Breitbandversorgung unternommen haben, ausgewählt.

Neben den unterversorgten Ortschaften stehen vor allem auch die bisher unzureichend angebundenen Gewerbegebiete im Fokus.  „Unsere Unternehmen sind dringend auf schnelles Internet angewiesen. Nur so können wir unsere wirtschaftliche Stärke und die damit verbundene Lebensqualität auf Dauer erhalten“, bringt es der Landrat auf den Punkt.

Zusätzlich zu den Fördergeldern des Bundes erwartet der Kreis Olpe eine Zuwendung des Landes Nordrhein-Westfalen über rd. 4,9 Mio. Euro. Eine entsprechende Zusage des Wirtschaftsministeriums zur Ko-Finanzierung liegt bereits vor. Bevor es aber an den Ausbau gehen kann, sind noch die genauen Fördermodalitäten zu klären sowie ein transparentes Auswahlverfahren unter den verschiedenen Netzbetreibern durchzuführen. „Es wartet also noch viel Arbeit, bevor die Bürgerinnen und Bürger endlich schneller im Netz surfen können. Ein bisschen Geduld ist also noch vonnöten“, so Frank Beckehoff.

Von diesen Erfahrungen aus dem Kreis Olpe profitieren auch die übrigen vier südwestfälischen Kreise, die derzeit Anträge für die kommenden Förderaufrufe vorbereiten (wir berichteten). Die Fördermittel des Bundes werden nach einem komplexen Scoring-Verfahren und nicht nach dem „Windhundprinzip“ vergeben. Daher stehen die Chancen gut, dass schon im kommenden zweiten Förderaufruf die nächsten Gelder für den Breitbandausbau in die Region Südwestfalen fließen werden.

Förderbescheid für Siegen-Wittgenstein

Einen Förderbescheid in Höhe von 50.000 Euro hat Landrat Andreas Müller jetzt vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur erhalten. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Geld bekommen, um damit den flächendeckenden Breitbandausbau in Siegen-Wittgenstein zu planen und auf den Weg zu bringen“, freut sich Landrat Andreas Müller.

siegen_wittgenstein_foerderbescheid
Halten einen Förderbescheid über 50.000 Euro in Händen: Landrat Andreas Müller (l.) und Breitbandkoordinator Michael Krämer. Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein

In Siegen-Wittgenstein soll bis zum Ende 2018 praktisch flächendeckend schnelles Internet verfügbar sein. Der Landrat und die Bürgermeister der Städte und Gemeinden haben sich erst kürzlich auf die dafür notwendigen Schritte und Modalitäten verständigt (wir berichteten). Um dieses Ziel zu erreichen, sind umfangreiche und aufeinander abgestimmte Ausbauarbeiten erforderlich.

Für einzelne Kommunen kann der Ausbau mit bis zu 100 Prozent gefördert werden, wenn bestimmte Kriterien und Mindeststandards erfüllt werden. Um in den Genuss dieser Förderung zu kommen, müssen komplexe Antragsunterlagen erstellt werden – was auch schon mit einem erheblichen Finanzaufwand verbunden ist. Diese Erstellung und die dafür notwendigen Vorarbeiten unterstützt der Bund in unterversorgten Gebieten mit bis zu 50.000 Euro – die der Kreis Siegen-Wittgenstein nun zugesagt bekommen hat.

Breitband-Planung im Kreis Soest wird gefördert

Am Montag, 14. März ging ein weiterer Förderbescheid nach Südwestfalen, diesmal in den Kreis Soest. Von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt konnten Volker Ruff, Geschäftsführer der wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH, und Christoph Hellmann, wfg-Breitbandkoordinator, im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Bescheid in Höhe von 50.000 Euro entgegennehmen. Nach dem Kreis Olpe, dem Märkischen Kreis und dem Kreis Siegen-Wittgenstein, die bereits entsprechende Bescheide erhalten hatten, kann das Geld des Bundes nun auch im Kreis Soest in die Entwicklung und Planung von Breitbandprojekten fließen.

bmvi_foerderbescheid_soest
Christoph Hellmann, wfg-Breitbandkoordinator, und Volker Ruff, Geschäftsführer wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH, nahmen den Förderbescheid entgegen. Foto: BMVI

Den Rahmen für die Übergabe bildete die 4. Breitbandförderkonferenz. Mit dem Bundesförderprogramm, für das insgesamt 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, soll der Netzausbau technologieneutral gefördert werden. Der Fördersatz beträgt 50 bis 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Da das Bundesprogramm mit Förderprogrammen unter anderem der Länder kombinierbar ist, kann der Eigenanteil der Kommunen bis auf 10 Prozent reduziert werden. Förderbescheide für Kommunen und Landkreise sollen demnächst folgen.

„Ziel muss es sein, dass die Gewerbeunternehmen, Bürgerinnen und Bürger überall im Kreis Soest die Möglichkeit haben, einen schnellen Internetanschluss zu erhalten, auch wenn die Telekommunikationsanbieter aus eigenem Antrieb heraus jeweils vor Ort keine Versorgung vornehmen werden“, betont Kreis-Wirtschaftsförderer Volker Ruff. Eine im Förderverfahren vorgesehene Markterkundung wurde bereit durchgeführt (wir berichteten). Aktuell wird die Gebietskulisse der zu fördernden Bereiche erstellt.

wfg-Breitbandkoordinator hilft Kommunen bei Fördermöglichkeiten

Die Bundesregierung will mit dem neuen Bundesprogramm für Breitbandausbau bis 2018 flächendeckend für schnelles Internet mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde sorgen. Dieses Versprechen nimmt Christoph Hellmann, Breitbandkoordinator der wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH, ernst und hofft, dass damit verbundene neue, leistungsstarke Förderprogramme Rückenwind für seine Breitbandstrategie liefern. Erklärtes Ziel ist eine Breitbandversorgung aller Gewerbegebiete und Ortslagen im Kreis.

breitband_wfg
Offizieller, regionaler Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Breitbandausbau: Christoph Hellmann (Foto: Weinstock, Kreis Soest)

Deshalb engagiert sich Christoph Hellmann aktuell für eine kreisweite Bundesförderung. „Eine im Verfahren vorgesehene Markterkundung ist bereits gelaufen und die Gebietskulisse der zu fördernden Bereiche wird erstellt“, berichtet der wfg-Mitarbeiter. Intention der  Markterkundung ist ein objektiver Überblick über die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Breitbandversorgung aller regional tätigen Anbieter. Außerdem werden Ausbauplanungen für die Region in einem absehbaren Zeitraum von drei Jahren in einem zentralen Infrastrukturkataster als Arbeitsgrundlage für den wfg-Breitbandkoordinator erfasst. „Für die dann noch unterversorgten Gebiete streben wir eine Förderung an. Wir sind auf einem guten Weg“, zieht Christoph Hellmann eine positive Zwischenbilanz. Weitere Chancen eröffnen sich seiner Ansicht nach, weil die neue Bundesförderung noch um die Möglichkeit einer Kofinanzierung durch das Land NRW ergänzt werden soll.

„Kreistag, Bürgermeisterkonferenz und Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH haben die wfg beauftragt, auf Basis der Förderung des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms (RWP) alle Gewerbegebiete kreisweit zu versorgen“, erläutert wfg-Geschäftsführer Volker Ruff. Damit sei verbunden, gemeinsam mit den Kommunen auch die unterversorgten Ortslagen mit Hilfe der Förderung der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) in Visier zu nehmen. Jetzt trete die Bundesförderung an die Stelle der RWP-Förderung für die unterversorgten Gewerbegebiete und in diesem Zug können abgestimmte Ortslagen mit in die Förderung aufgenommen werden. „Die anderen Ortslagen sollen, wie bisher geplant, in Zusammenarbeit mit den Kommunen über die (GAK) Förderung versorgt werden. Die Abstimmungstermine, welche Ortslage in welche Förderung passt, finden derzeit statt“, berichtet der Kreis-Wirtschaftsförderer.

Das Bundesprogramm fördert auch Beratungsleistungen. Breitbandkoordinator Christoph Hellmann hat eine solche Hilfe beantragt, um auf Unterstützung bei der Wirtschaftlichkeitsabwägung, der Erstellung einer geforderten Studie und bei Rechtsberatung im Verfahren bauen zu können.

Breitband im MK: TKG und GWS kooperieren

Als Breitbandkoordinator und TKG Projektleiter kümmert sich Tilo Deckert Hand in Hand mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Märkischen Kreises um den Breitbandausbau. (Foto: GWS)

Die Versorgung mit leistungsfähigem Breitband-Internet gehört heute zu den wichtigsten Standortfaktoren.

von Jochen Schröder, Geschäftsführer GWS im Märkischen Kreis

Nach Schätzungen der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen (TKG-SWF) sind etwa 80 bis 120 Millionen Euro erforderlich, um in der heimischen Wirtschaftsregion das von der Bundesregierung verfolgte Ziel einer flächendeckenden Breitbandinfrastruktur mit einer Downloadgeschwindigkeit von mind. 50 Mbit pro Sekunde bis 2018 zu erreichen. Wie dies konkret finanziert werden soll, bleibt aber weitgehend unklar. Nach wie vor ist die tatsächliche Versorgungssituation in der Region extrem unterschiedlich. In ihrer Breitband-Agenda für Südwestfalen weist die TKG-SWF darauf hin, dass zumindest temporär die Gefahr einer „Digitalen Spaltung“ in der Region bestehe. Die ist umso besorgniserregender, weil es in der drittstärksten Industrieregion Deutschlands darum geht, nicht nur den Anschluss an die Digitalisierung der Produktion zu halten, sondern den Anspruch zu haben, bei dem Megathema „Industrie 4.0“ mit zu den Vorreitern zu gehören. Die intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen, Produkten und Werkstücken über das Internet wird ohne eine leistungsfähige Breitbandversorgung mit hohen Download- und Uploadraten nicht gelingen.

Sicherlich ist davon auszugehen, dass der unternehmensübergreifende Datenaustausch voraussichtlich nur auf der Grundlage einer Glasfaserinfrastruktur reibungslos funktionieren wird. Gleichwohl kann die TKG-SWF als technologie- und anbieterneutrale Gesellschaft einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation leisten.

Seit Anfang des Jahres hat der für den Märkischen Kreis zuständige Mitarbeiter der TKG-Südwestfalen, Tilo Deckert, seinen Arbeitsplatz im Gebäude der GWS in Altena bezogen, um Synergien in den Aufgabenfeldern Wirtschaftsförderung und Breitbandversorgung auszuschöpfen. Zu seinem Dienstleistungsangebot gehört unter anderem:

  • Genaue Analyse der jeweiligen Versorgungssituation und Bestandsaufnahme der verfügbaren Infrastruktur
  • Gespräche mit potenziellen Netz- und Dienste-Anbietern
  • Technologieneutrale Beratung der Unternehmen und Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten
  • Durchführung von Investitionen in begrenztem Umfang in Kooperation mit Infrastrukturanbietern

Erfahren Sie mehr in der Ausgabe 1 / 2015 der GWS publik
http://www.gws-mk.de/fileadmin/user_upload/presse/GWS_Publik_Ausgabe_1-15_web.pdf