Endgültiger Förderbescheid für Kreis Olpe

Sichtlich erleichtert nahm Olpes Kreisdirektor Theo Melcher den endgültigen Förderbescheid aus Berlin für den flächendeckenden Breitbandausbau in dem Projekt-/Ausbaugebiet im Kreis Olpe in Empfang. Damit ist der Kreis Olpe der erste Kreis in Nordrhein-Westfalen der einen solchen Bescheid erhält, nachdem er der auch der erste südwestfälische Kreis war, der einen Förderantrag vorläufig bewilligt bekommen hatte (wir berichteten). Mittlerweile haben alle fünf südwestfälischen Kreise erfolgreiche Förderanträge gestellt.

Der Breitbandkoordinator des Kreises Olpe, Martin Dornseifer (rechts) und die Abgeordnete Petra Crone, MdB, bei der Bescheidübergabe im April 2016 mit Bundesminister Alexander Dobrindt. Nun liegt der endgültige Bescheid vor und die Bauarbeiten sollen in Kürze beginnen. (Foto: BMVI)

„Jetzt können endlich die Arbeiten losgehen“, so der Kreisdirektor, der sich allerdings auch über das lange Verfahren vom Beginn Ende 2015 bis zum letztlichen Förderbescheid im Juli 2017 enttäuscht zeigte. „Wenn Förderverfahren für solche Infrastrukturvorhaben auf Bundesebene solche Zeiträume benötigen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir mit dem notwendigen Ausbau der Breitbandversorgung nur langsam vorankommen“, so Theo Melcher. Jetzt gelte es jedoch den Blick nach vorn zu richten und als erstes die Verträge mit dem TK-Unternehmen, das in dem aufwendigen Ausschreibungsverfahren das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat, endgültig abzuschließen.

Kreisdirektor Theo Melcher freute sich darüber, dass die Deutsche Telekom mit dem Breitbandausbau aufgrund der Förderung durch Bund und Land nun bald beginnen könne. Nach Unterzeichnung der Verträge soll es nach einer kurzen Planungsphase für die Detailplanungen und nach Einholung sonstiger Genehmigungen, mit dem Breitbandausbau losgehen. Dabei werden die Kabelverzweiger mit Glasfaser angeschlossen und aktiver Technik ausgestattet, damit zukünftig in den Ausbaugebieten eine Bandbreite von 50 Mbit/s und mehr im Download zur Verfügung steht.

Die im Ausbaugebiet liegenden Gewerbe- und Industriegebiete werden direkt mit Glasfaser, Fibre To The Building (FTTB), angeschlossen. „Damit entspricht die zukünftige Gigabit-Anbindung unserer Unternehmen auch deren Innovations- und Leistungsfähigkeit und der Industrie 4.0 steht nichts mehr im Wege“, so Kreisdirektor Melcher.

Zu den Fördergeldern des Bundes in Höhe von knapp 4,5 Mio. € kommen noch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von knapp 3,9 Mio. € hinzu. In ganz Südwestfalen sollen in den nächsten Monaten insgesamt rund 100 Mio. Euro in den Ausbau fließen. 24 Monate ab Auftragserteilung wird der Breitbandausbau insgesamt dauern. Die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH hatte die Kreise im Rahmen der Antragstellung und Ausschreibungsverfahren beraten und begleitet.

Netzausbau in Beringhausen, Padberg und Giershagen

Im Stadtgebiet Marsberg wird die Deutsche Telekom bis Ende 2018 ihr Netz im Vorwahlbereich 02991 mit Vectoring ausbauen. Zahlen muss die Kommune dafür zunächst nicht, da die Telekom das Netz weitgehend im Eigenausbau optimiert.

marsberg_telekom
Marsbergs Bürgermeister Klaus Hülsenbeck, Wirtschaftsförderer Rüdiger Nentwig und Reinhard Rohleder von der Deutschen Telekom stellten jetzt im Rathaus Details zum Ausbau in Marsberg vor.

1.231 Haushalte und 86 Firmen in den Ortsteilen Beringhausen, Padberg und Giershagen sollen demnächst mit bis zu 100 MBit/s im Internet surfen können. Die Telekom wird mehrere Kilometer Glasfaser von der Vermittlungsstelle in Bredelar aus verlegen und fünf Multifunktionsgehäuse aufstellen oder mit Vectoring-Technik ausstatten. Die Maßnahme soll bis Anfang 2017 abgeschlossen sein. Bis Ende 2017 soll dann auch das Industriegebiet Ohmberg angeschlossen und bis Ende 2018 der komplette Vorwahlbereich 02992 ausgebaut sein.

„Als Stadt unterstützen wir Verbesserungen im Bereich der digitalen Technik, denn die ist in der heutigen Zeit unverzichtbar“, so Bürgermeister Hülsenbeck. Überall werden jedoch Telekom oder andere Netzbetreiber nicht eigenwirtschaftlich tätig, zum Beispiel in Ortsteilen wie Helminghausen oder Udorf wo sich der Netzausbau für die Anbieter wirtschaftlich nicht rechnet. Hier setzt die Kommune auf die Fördermittel, die Land und Bund bereitstellen. „Die Förderverfahren werden vom Hochsauerlandkreis und der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen koordiniert. Für 2017 und 2018 haben wir schon vorsorglich Finanzmittel eingeplant, denn einen Eigenanteil bei der Förderung wird die Kommune tragen müssen“, erklärte Wirtschaftsförderer Rüdiger Nentwig. Eine entsprechende Ausschreibung um die Investitionsbereitschaft der Anbieter abzufragen läuft noch bis zum 23. Mai.

Ausbau von Halvers Ortsteilen in 2017

In den halveraner Ortsteilen Schwenke, Hohenplanken, Heesfeld, Oeckinghausen und Heesfelder Hammer sollen innerhalb eines Jahres die Arbeiten zum Ausbau schnellerer Internetanschlüsse abgeschlossen sein. Über 600 Haushalte und einige Gewerbebetriebe im Außenbereich sollen ab März 2017 eine Download-Geschwindigkeit von bis zu 50 Megabit pro Sekunde nutzen können.

Damit schließt die Stadt Halver ein Auswahlverfahren ab (wir berichteten), das die Deutsche Telekom für sich entscheiden konnte und in dem eine Mindestgeschwindigkeit von 16 MBit/s gefordert worden war.

halver_telekom
v.l. Ramona Ullrich, Bürgermeister Michael Brosch (Stadt Halver) und Jürgen Krey (Telekom) Foto: Stadt Halver

Die Telekom kündigte an, von Halver aus 13 Kilometer Glasfaserkabel überwiegend in vorhandenen Leerrohren in die jeweiligen Ortsteile zu verlegen und zehn Multifunktionsgehäuse anzubinden. Außerdem sei im Bereich Schwenke/Hohenplanken rund 850 Meter Tiefbau nötig, im Bereich Heesfeld sollen es 1,1 Kilometer werden. Die Glasfaser reicht dann bis in die Straßen hinein, ab dort werden die vorhandenen Kupferleitungen der einzelnen Haushalte genutzt. Dies soll ausreichend leistungsstark sein, so dass Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen parallel möglich sein werde, hieß es von Vertretern der Telekom.

Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit über den Märkischen Kreis, kann die Stadt Halver eine 90-prozentige Förderung der Internetversorgung im ländlichen Raum erreichen. Einen Eigenanteil von 80 000 Euro investiert Halver selbst. Bürgermeister Michael Brosch: „Das Internet ist für Familien und Unternehmen unverzichtbar. Nur mit guter Infrastruktur kann man sich um die Ansiedlung von jungen Familien und neuen Unternehmen in Halver bemühen.“

VDSL Ausbau in Kreuztal

In der Antwort auf eine nichtförmliche Markterkundung der Stadt Kreuztal informiert die Deutsche Telekom, dass sie einen FTTC-Eigenausbau ohne kommunale Eigenbeteiligung bis Ende 2016 in der Stadt Kreuztal realisieren wird.

Die im Stadtgebiet vorhandenen Kabelverzweiger sollen dann mit Glasfaser angebunden und mit Breitbandtechnik ausgebaut werden. Im Umkreis der mit Glasfaser angebundenen und mit MSAN-Technik ausgerüsteten Kabelverzweiger werden dadurch DSL-Verbindungen mit bis zu 50 Mbit/s im Download zur Verfügung stehen. Daneben wird das Netz gleichzeitig schon für den VDSL/Vectoring-Ausbau technisch vorbereitet.

Sobald hierfür die rechtlichen Voraussetzungen gegeben seien, sei beabsichtigt, das Netz schnellstmöglich mit VDSL 2/Vectoring-Technik auszustatten. Den Kreuztalern würden dann auch Produkte wie z. B. „Entertain“ mit Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s (Download) und bis zu 40 Mbit/s (Upload) zur Verfügung stehen. Mit den Arbeiten für den vordringlichen FTTC-Eigenausbau werde voraussichtlich im Herbst dieses Jahres begonnen.