Erste geförderte Glasfaseranschlüsse im Kreis Soest aktiv

Am Mittwoch, den 15. Januar 2020 wurden im Kreis Soest symbolisch die ersten Glasfaseranschlüsse des geförderten Breitbandausbaus im3. Call des vom Bund und Land geförderten Breitbandausbaus aktiviert. Erster Kunde ist die Firma Panek Türen und Fenster im Gewerbegebiet Geseke-Ost.
Nehmen das geförderte Glasfasernetz in Betrieb (v.l.): Dr. Markus Tietmeyer (ateneKOM) Christoph Hellmann (Breitbandkoordinator Kreis Soest), Katharina Reiche (innogy Westenergie), Dr. Remco van der Velden (Bürgermeister Stadt Geseke), Carsten Lagemann (innogy TelNet), Landrätin Eva Irrgang (Kreis Soest) und Peter Panek, (Panek Türen und Fenster). Foto: TKG-SWF
„Der Kreis Soest gilt als Wegbereiter und Treiber des digitalen Wandels“ sagte Dr. Markus Tietmeyer, Regionalleiter NRW der atene KOM GmbH, dem Projektträger des Bundesförderprogramms: „Die Region Südwestfalen hat die richtige Entscheidung getroffen und frühzeitig eine Förderung für das Ausbauprojekt beantragt“. Landrätin Eva Irrgang ergänzte erfreut: „Während andere Regionen noch in der Papier- und Planungsphase stecken, können wir das Netz bereits sukzessiv einschalten. Damit ist ein wichtiger Meilenstein des interkommunalen Großprojekts Breitbandausbau im Kreis Soest erreicht, denn jetzt erhalten die ersten Kunden Highspeed-Internet“.
Breitbandkoordinator Christoph Hellmann betonte: „Der freie Markt hat in den unterversorgten Gebieten versagt, da sich der Ausbau nicht rentierte. Mit Hilfe von Fördermitteln haben wir daher zusammen mit den Kommunen eingegriffen und schaffen die nötigen Voraussetzungen für eine zukunftssichere Breitbandversorgung in der Region“.
Katherina Reiche, Vorsitzende der Geschäftsführung der innogy Westenergie, stellte die besondere Bedeutung einer breitbandigen Internetversorgung heraus: „Mit der modernen Informationsgesellschaft wird breitbandiges Internet immer wichtiger: Als Wachstumstreiber für den industriellen Mittelstand, für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und als Plattform für digitale Dienste in einer Kommune trägt es zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse bei“.
Das geförderte Glasfasernetz wird 6.462 unterversorgte Privatadressen und 761 Adressen von Gewerbebetrieben mit zukunftssicherer Glasfaser „Fiber to the Building“ (FTTB), bis in jedes Haus versorgen. Um dies alles im Fördergebiet auszuführen, müssen im Kreis Soest auf fast 600 Kilometern Tiefbauarbeiten, wovon schon fast die Hälfte gebaut ist, durchgeführt und weit über 1.500 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden. Diese Baumaßnahme kostet insgesamt rund 40,7 Mio. Euro. Damit sich der Ausbau für die innogy TelNet wirtschaftlich lohnt, werden rund 20,6 Mio. Euro Förderung zugesteuert. Diese wird anteilig vom Bund (10,3 Mio. Euro), vom Land (9,4 Mio. Euro) und aus dem Eigenanteil der Kommunen (800.000 Euro) aufgebracht. Die kreiseigene Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH hat das Förderverfahren mit fachlicher Beratung begleitet.

Glasfaser für mehr als 10.000 Haushalte im Kreis Soest

Nach fast zwei Jahren Vorbereitung, befindet sich der Kreis Soest in Sachen Breitbandausbau auf der Zielgeraden. Am Montag, den 26. März 2018 hat Landrätin Eva Irrgang den endgültigen Förderantrag des Kreises für den Breitbandausbau mit Bundesfördermitteln unterzeichnet. Sobald die Genehmigung durch die Fördergeber von Bund und Land vorliegt, sollen 10.071 Haushalte im Kreis Soest mit der zukunftssicheren Glasfasertechnologie bis an das Haus versorgt werden.

Die Glasfaser im Kreis Soest kann kommen. Der endgültige Förderantrag ist unterzeichnet und eingereicht. (Foto: Weinstock/Kreis Soest)

„Das beweist, ländlicher Raum und schnelles Internet müssen kein Widerspruch sein“, freut sich die Landrätin über diesen Erfolg. Im März 2017 hatte der Kreis einen vorläufigen Förderbescheid erhalten (wir berichteten). Förderfähig sind Gebiete mit einer Versorgung von unter 30Mbit/s im Download, in denen kein privatwirtschaftlicher Eigenausbau vorgesehen ist, und die weder im Nahbereich der Hauptverteiler der Telekom noch in einer Einzellage liegen.

Um festzustellen, welche Gebiete im Kreis Soest förderfähig sind, wurde bereits im Februar 2016 ein Markterkundungsverfahren durchgeführt. Dabei haben alle Netzbetreiber ihre aktuelle Breitbandversorgung und ihre geplanten Investitionen für die nächsten drei Jahre gemeldet. Demnach gab es im Kreisgebiet 110 unterversorgte förderfähige Gebiete mit 10.071 unterversorgten Haushalten bzw. Gewerbebetrieben. Aufgrund der geltenden Förderbedingungen und der maximalen Förderhöhe war es nicht möglich, alle unterversorgten Bereiche im Kreis Soest mit in den Förderantrag aufzunehmen. Einzellagen sind durch die Förderung der Bundesregierung leider noch nicht versorgbar, denn lange Zuführungen sprengen die zur Verfügung stehenden Mittel. „Durch umfangreiche Berechnungen und Auswertungen, konnten aber so viele Haushalte wie möglich berücksichtigt werden und der endgültige Förderantrag beim Bund eingereicht werden“, betont Breitbandkoordinator Christoph Hellmann.

„Nach dem Breitbandausbau wird der Kreis Soest ein Vorreiter in der Versorgung mit der zukunftssicheren Glasfasertechnologie bis an das Haus sein“, zieht Landrätin Eva Irrgang ein positives Fazit und bedankt sich bei Breitbandkoordinator Christoph Hellmann für die professionelle Abstimmung mit den Kommunen im Kreis Soest und den Telekommunikationsanbietern.

Kreis Soest nimmt 15 Mio. Förderbescheid entgegen

„Es hat geklappt“, freut sich Landrätin Eva Irrgang. Der Bund fördert den Breitbandausbau im Kreis mit rund 15 Mio. Euro. Außerdem steht eine Kofinanzierung durch das Land NRW von weiteren 13,5 Mio. Euro in Aussicht. Der parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (MdB) überreichte am Dienstag, 21. März, einer Delegation um Landrätin Irrgang in Berlin den Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), der flächendeckendes schnelles Internet kreisweit möglich macht.
Eine lohnende Reise in die Hauptstadt: Landrat Eva Irrgang nahm in Berlin vom Parlamentarischem Staatssekretär Enak Ferlemann (MdB, M.) den Förderbescheid über 15 Mio. Euro für den Breitbandausbau im Kreis Soest entgegen. Mit von der Partie waren der Geseker Bürgermeister Dr. Remco van der Velden (2. v. r.), Volker Ruff, Geschäftsführer der wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH (r.), und Breitbandkoordinator Christoph Hellmann (l.). Foto: BMVI
Der Kreis Soest hatte im Oktober 2016 im Rahmen des Bundesförderprogramms einen Förderantrag gestellt (wir berichteten). Doch ob tatsächlich Geld in Höhe von 50 Prozent der Ausbaukosten fließen würde, blieb lange Zeit offen. Denn der Antrag musste erst in einem komplexen Wettbewerbsverfahren mit anderen Antragstellern beurteilt werden. „Unsere kreisweite Strategie ist aber erfreulicherweise aufgegangen“, betont Landrätin Eva Irrgang. „Das war nur möglich, weil alle Bürgermeister und der Kreistag an einem Strang gezogen haben und den Kreis Soest mit der Antragstellung für alle Kommunen beauftragt haben. Eine Vorzeigebeispiel für gelungene interkommunale Zusammenarbeit.“ So war auch der Geseker Verwaltungschef Dr. Remco van der Velden als Vertreter der Bürgermeister mit nach Berlin gereist. Ebenso mit von der Partie war Volker Ruff, Geschäftsführer der wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH.
Als nächster Schritt erfolgt nun die Beantragung der Kofinanzierung des Landes NRW. In einer anschließenden europaweiten Ausschreibung wird ein Betreiber gesucht, der alle unterversorgten Bereiche im Kreisgebiet mit schnellem Internet ausstattet. „Der Betreiber soll eine zukunftssichere Glasfaser Versorgung bis in jedes Haus anbieten, damit wir im Kreis Soest für die digitale Zukunft vorbereitet sind“, erläutert Breitbandkoordinator Christoph Hellmann. Über Glasfaser seien dann Bandbreiten von bis zu 1 GBit/s möglich. Mit einer Vergabeentscheidung sei aufgrund des komplexen Vergabe- und Zuwendungsrechts im August dieses Jahres zu rechnen.
 Auch in den anderen südwestfälischen Kreisen sind kreisweite Förderanträge zur Verbesserung der Breitbandanbindung genehmigt worden. Insgesamt bewilligte der Bund im so genannten 3. Call Fördermittel in Höhe von 935 Mio. Euro. Davon erhalten Projekte in NRW 176 Mio. Euro. Zusammen mit der Kofinanzierung, den Eigenanteilen und dem übrigem Invest sollen Investitionen in Höhe von 2,2 Mrd. Euro ausgelöst werden. Mit der Förderung sollen 860.000 Haushalte und Gewerbetreibende versorgt und 84.000 Kilometer Glasfaser verlegt werden