Mehr Breitband für Warstein

Nachdem in Warstein und Umgebung schnelles Internet schon seit 2009 für rund 9.300 Haushalte über das TV-Kabelnetz von Unitymedia verfügbar ist, beginnt die Deutsche Telekom mit der weiteren Aufrüstung ihres Netzes in Warstein, Belecke, Suttrop und Hirschberg.

Ab Februar 2017 sollen ca. 9200 Haushalte und Betriebe im Vorwahlbereich 02902 dann auch über die Telefonleitung schneller im Internet surfen können. Im März 2016 hatten die Stadt Warstein und die Telekom bereits eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Jetzt seien die Planungen abgeschlossen und es werde „gegraben“.

 Warstein bekommt schnelles Internet. (Foto: Manfred Böckmann, WAZ)
Stadt Warstein und Deutsche Telekom geben den Start des Ausbaus im Vorwahlbereich 02902 bekannt. (Foto: Manfred Böckmann, WAZ)

Medienberichten zufolge investiert die Telekom dort insgesamt etwa 3,45 Millionen Euro. 45 Multifunktionsgehäuse sollen aufgestellt und knapp fünf Kilometer neue Glasfaserkabel verlegt werden, um dann bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Download und 40 Megabit im Upload anbieten zu können.

Warsteins Bürgermeister Dr. Thomas Schöne freut sich, dass die weiteren Arbeiten im Stadtgebiet nun beginnen. Schnelle Internetverbindungen seien aus dem Leben unserer Bürgerinnen und Bürger nicht mehr wegzudenken und ein wichtiger Standortvorteil.

Mülheim, Sichtigvor und Waldhausen waren bereits Ende 2015 von der Fa. SeWiKom erschlossen worden. In Allagen und Niederbergheim soll ein Ausbau voraussichtlich mit weiteren Fördermitteln von Bund und Land erfolgen.

Mülheim, Sichtigvor, Waldhausen

Weißen Flecken bald Geschichte

Von Anna Gemünd

Nachdem die Stadt Warstein im vergangenen Jahr die ­Bedarfsermittlung für eine Breitbandversorgung im Möhnetal gestartet hatte, besteht nun die realistische Chance, den Ausbau des schnellen Netzes mit Fördermitteln des Landes zu realisieren.

„Wir haben auf unsere Ausschreibung zwei Angebote von Firmen bekommen, die den Ausbau mithilfe der Fördermittel und eines städtischen Eigenanteils umsetzen würden“, diese frohe Botschaft hatten Bathe und seine Mitarbeiterin Stephanie Stoof am Donnerstag mit nach Mülheim gebracht, wo gut 100 Bürgerinnen und Bürger aus den betroffenen Ortsteilen zusammen gekommen waren. 1827 Haushalte liegen in dem Gebiet, in dem größtenteils nicht mehr als 2 Mbit pro Sekunde an Übertragungsraten erreicht werden. 16­ Mbit – diesen Wunsch hatte die Mehrheit der Bürger in der Befragung der Stadt im vergangenen Herbst geäußert. Den möchte nun Kai-Timo Wilke mit seinem Unternehmen sewikom realisieren. Der Geschäftsführer der Firma aus dem Kreis Höxter stellte auf der Versammlung sein Angebot vor – das laut Bathe „nicht das günstigste der beiden, aber das wirtschaftlichste“ sei.

Die drängendste Frage der Bürger beantwortete Wilke gleich zu Beginn: „Wir gehen auf der Leitung der Telekom bei Ihnen ins Haus, das heißt: Die vorhandene Infra­struktur bleibt und wir satteln uns gewissermaßen oben drauf oder docken an.“ Mittels Funkmasten, von denen acht in Mülheim und Sichtigvor und zwei in Waldhausen aufgestellt werden, soll das Signal ins Möhnetal übermittelt werden. Ist das stabil? – Der Sorge der Anwohner, die bereits leidvolle Erfahrungen mit instabilen Netzen gemacht haben, setzte Wilke eine Garantie entgegen: „Wenn wir sagen: Sie bekommen 16 Mbit, dann kommen auch 16 Mbit bei Ihnen an.“ In den Ortsteilen sei dies für jeden Haushalt realisierbar. Den Wunsch nach einer noch leistungsfähigeren Glasfaser-Verbindung müsse man nun abhaken, stellte Mülheims Ortsvorsteher Rainer Stamen an diesem Abend noch einmal klar: „Das wird sich im ländlichen Raum nicht lohnen; darauf brauchen wir nicht zu warten.“

Und auf eine stabile und schnelle Internetverbindung warten, das möchte offenbar keiner der Bürger im Möhnetal mehr: Das Votum an dem Abend fiel eindeutig zugunsten des vorgestellten Angebots von Kai-Timo Wilke aus. Damit wird die Stadt Warstein nun bis zum 1. Juli einen Förderantrag an die Bezirksregierung stellen. „Es werden 90 Prozent der Kosten für den Ausbau vom Land gefördert“, erklärte ­Alfred Bathe noch einmal das Verfahren, „ bei uns verbleibt ein Eigenanteil von zehn Prozent.“ Für diese Summe (23 000 Euro), die die Stadt tragen muss, hatte der Stadtentwicklungsausschuss in seiner letzten Sitzung bereits grünes Licht gegeben. Im Juli/August könnte die Bewilligung da sein, dann würde die Firma sewikom im September den Auftrag bekommen. „Wir könnten je nach dem Verlauf des Winters im Mai mit dem Ausbau fertig sein“, stellte Kai-Timo Wilke in Aussicht. Dann wären die weißen Flecken in einem Jahr vielleicht Geschichte.

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Breitbandimpulstag Beverungen

Geballte Kompetenz für Breitbandinternetversorgung der nächsten Generation beim Breitbandimpulstag in Beverungen.

Die Referenten: Kai-Timo Wilke (sewikom), Dr. Markus von Voss (PURtel.com), Stefan M. Glusa (Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen), Holger Schach (Regionalmanagement Nordhessen), Simon Schmidt (FAST Opticom), Markus Heil (Pan Dacom Networking), Sven Knapp (BREKO), Dr. Martin Fornefeld (Micus Management Consulting), Rechtsanwalt Johannes Hofmeister, Frank Pauer (Sub10 Systems), Uwe Beer (Beer Automotive Consulting)
Die Referenten: Kai-Timo Wilke (sewikom), Dr. Markus von Voss (PURtel.com), Stefan M. Glusa (Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen), Holger Schach (Regionalmanagement Nordhessen), Simon Schmidt (FAST Opticom), Markus Heil (Pan Dacom Networking), Sven Knapp (BREKO), Dr. Martin Fornefeld (Micus Management Consulting), Rechtsanwalt Johannes Hofmeister, Frank Pauer (Sub10 Systems), Uwe Beer (Beer Automotive Consulting)

Beverungen. Einen Blick in die Zukunft konnten die knapp 90 Teilnehmer des Breitbandimpulstages am 15. Mai in Beverungen nehmen – Veranstalter war sewikom-Geschäftsführer Kai-Timo Wilke. Die hochkarätigen Referenten informierten über die neuesten technischen Entwicklungen in Sachen Breitbandinternetversorgung von ländlichen Regionen, Städten und Großstädten mit Übertragungsraten von bis zu einem Gigabit in der Sekunde (1.024 MB/s), sowie über die lokalen Auswirkungen auf die Bevölkerungszahlen, Infrastruktur und Arbeitsplätze.

Sven Knapp vom Bundesverband Breitbandkommunikation informierte über die Investitionen der Verbandsunternehmen i. H. v. 9 Mrd. EUR bis 2018, mit denen 55.000 km Glasfasertrassen gebaut werden. Regionalmanagement Nordhessen-Geschäftsführer, Holger Schach, stellte das Breitbandkonzept der fünf nordhessischen Landkreise und die daraus zu erwartenden Standorteffekte vor. Stefan M. Glusa (Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen) und Michael Stolte (GfW Höxter) berichteten über die positiven Einflüsse des Netzausbaus in ihren Regionen.

Das wir morgen, unabhängig von Festnetz- oder Mobilfunktelefonnummer, nur noch eine individuelle Telefonnummer benötigen, präsentierte Dr. Markus von Voss eindrucksvoll in seinem Vortrag. Marketing- und Vertriebsvorstand von Sub10 Systems, Frank Pauer, berichtete über die Projektrealisierung der Verkehrsüberwachung von Moskau, mit Hilfe von hochentwickelter drahtloser Anbindung von Videokameras und Datensensoren.

Der Vertriebsleiter der FAST Opticom AG, Simon Schmidt, präsentierte prominent, wie mit besonders innovativer Technik und Robotern ein Breitbandnetz kostengünstig im Abwasserkanal verlegt werden kann.

Zum Abschluss zeigte sich Kai-Timo Wilke begeistert von der Resonanz des 1. Breitbandimpulstages und kündigte die Fortsetzung im Jahr 2015 an: „Mir war wichtig, dass ich den Vertretern von Kommunen, Verbänden und Wirtschaft, speziell auch aus dem Dreiländereck „OWL – Nordhessen – Südniedersachsen“, eine Plattform bieten kann, um sich auszutauschen und sich von Spezialisten aus ganz Deutschland und Europa über die neuesten Trends und Techniken informieren zu lassen.“

Weitere Informationen: http://www.breitbandimpulstag.de/