Gigabit für 62 Schulen – Ausschreibung läuft

Die Anbindung für 62 Schulgebäude von 12 verschiedenen Schulträgern an das Telekommunikationsnetz mit mindestens 1 Gigabit pro Sekunde symmetrisch schreibt derzeit die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen zusammen mit der Vergabestelle des Hochsauerlandkreises europaweit aus.

Auf Grundlage der Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen für die Glasfaseranbindung der öffentlichen Schulen und der genehmigten Ersatzschulen, soll die Breitbandversorgung und Digitalisierung von Schulen im Kreis Unna, den Städten Bochum, Warstein, Fröndenberg, Werl und Iserlohn, sowie in der Gemeinde Ense verbessert werden.

Die TKG-SWF hatte bereits im Jahr 2019 für 91 Schulen und in 2020 für nochmals 43 Schulen erfolgreiche europaweite Ausschreibungen durchgeführt. Die aktuelle Ausschreibung wird die vermutlich Letze auf Basis der zum Jahresende auslaufenden Förderrichtline sein.

Gesucht werden geeignete Bieter für die Anbindung von Schulgebäuden an ein gigabitfähiges Telekommunikationsnetz, um eine leistungs- und zukunftsfähige Versorgung der Schulstandorte sicherzustellen. Eine dauerhafte Breitbandversorgung von mindestens 1 GBit/s symmetrisch am Schulgebäude ist zu gewährleisten. Die Bieter sollen die notwendige Netzinfrastruktur errichten und entsprechende Dienste erbringen.

Angebotsfrist ist der 06.08.2021.
Die laufende Ausschreibung ist unter folgenden Links abrufbar:

https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:328831-2021:TEXT:EN:HTML&src=0

https://www.vergabe-westfalen.de/VMPSatellite/public/company/project/CXS0YYKYYBR/de/overview?2

Spatenstich 6. Call im Hochsauerlandkreis

Am 28.06.2021 nahm Landrat Dr. Karl Schneider zusammen mit der Telekom Deutschland GmbH den symbolischen Spatenstich für den geförderten Glasfaserausbau im 6. Call des Bundesförderprogramms Breitband vor. Damit startet im Gewerbegebiet Remmeswiese in Winterberg der kreisweite Rollout für weitere 3.222 Glasfaser-Anschlüsse bis in die Gebäude.

„Mit dem heutigen Spatenstich senden wir die wichtige Botschaft aus, dass wir die Bedeutung der digitalen Infrastruktur als Fundament für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Unternehmen seit mehr als anderthalb Jahrzehnten erkannt haben“, sagte Landrat Dr. Karl Schneider. „Mit Beginn des heutigen Tages werden der Glasfaserausbau und das Schließen noch vorhandener weißer Lücken bis 2025 fertiggestellt sein“, ergänzte er.
Unter anderem werden 29 Gewerbegebiete im Hochsauerlandkreis mit 900 Unternehmen und fünf Krankenhäuser vom Ausbau der Glasfasertechnologie profitieren.

v.l.n.r. MdB Carl-Julius Cronenberg, Landrat Dr. Karl Schneider, Konzernbevollmächtigter Region West der Deutschen Telekom Dr. Frank Schmidt und Bürgermeister Michael Beckmann beim Spatenstich in Winterberg. (Foto: TKG-SWF)

Landrat Dr. Schneider lobte die gute Zusammenarbeit aller Akteure, die zu diesem erfolgreichen Vorhaben beigetragen haben – der ateneKOM für den Bund, dem Land NRW, der Deutschen Telekom, den Bau- und Planungsämtern und Stadtwerken, den Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Straßenbaulastträgern sowie der kreiseigenen Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen.

Für den Glasfaserausbau werden u.a. Tiefbauarbeiten auf einer Länge von 405 Kilometern durchgeführt, vorhandene Leerrohre auf einer Länge von 592 Kilometer werden genutzt und Glasfaser auf einer Länge von 1.336 Kilometer wird verlegt.

Der Bund fördert dieses Invest mit rund 38,76 Millionen Euro, das Land Nordrhein-Westfalen weitere 34,32 Millionen Euro und die restliche Summe von rund 4,4 Millionen Euro steuern die Kommunen als Eigenanteil zum Ausbau bei.

Deutsche Glasfaser startet geförderten Ausbau im Kreis Olpe

Im Kreis Olpe fand am 22.06.2021 der offizielle Spatenstich für den geförderten Glasfaser-Ausbau der Deutschen Glasfaser statt. Nachdem Mitte Dezember 2020 die Verträge unterzeichnet worden waren (wir berichteten), sind jetzt die Bagger, Fräsen und Kabelpflüge am Werk. Die ersten 17 Kilometer der Leitungstrasse sind bereits verlegt und es geht weiter zügig voran. Noch in diesem Jahr sollen die gigabitfähigen Breitbandanschlüsse in der Hansestadt Attendorn ans Netz gehen. In den nächsten Wochen starten auch die Bauarbeiten in Drolshagen und Wenden.

Landrat Theo Melcher (5. v.r.), die Bürgermeister Ulrich Berghof (Stadt Drolshagen) und Bernd Clemens (Gemeinde Wenden) sowie den Beigeordneten Carsten Graumann (Hansestadt Attendorn), informierten sich vor Ort über den aktuellen Baufortschritt und die weiteren Planungen. (Foto: Kreis Olpe)

„Mit dem jetzt begonnenen Glasfaserausbau schlagen wir ein weiteres Kapitel im Bereich des öffentlich geförderten Breitbandausbaus auf. Bereits in den vergangenen fünf Jahren konnten wir große Fortschritte beim Breitbandausbau erzielen. Nun werden auch die letzten weißen Flecken endlich mit gigabitfähigem Internet versorgt,“ freut sich Landrat Theo Melcher.

Im Rahmen des geförderten Gigabitausbaus wird Deutsche Glasfaser in den nächsten Jahren rund 2.500 Haushalte in den derzeit noch vorhandenen weißen Flecken im Kreisgebiet mit FTTH-Glasfaseranbindung („Fiber To The Home“ – Glasfaser bis ins Haus) erschließen. Die Städte und Gemeinden erbringen dazu einen finanziellen Eigenanteil von rund 7,5 Mio. Euro, damit die Gesamtfinanzierung sichergestellt ist. „In Anbetracht der fortschreitenden Digitalisierung bestens investiertes Geld,“ sind sich die drei Bürgermeister einig.

Stellvertretend für die Fördermittelgeber war auch Markus Sobotta vom Projektträger ateneKOM GmbH dabei. Der Bund fördert das Projekt mit rund 37,8 Mio. Euro und das Land Nordrhein-Westfalen gibt rund 30,3 Mio. Euro dazu. Insgesamt sind für das Projekt Tiefbauarbeiten auf über 600 Kilometer Länge erforderlich, mehr als 1.400 Kilometer Leerrohre und über 1.900 Kilometer Glasfaser werden verlegt. Nach dem Baustart im westlichen Teil des Kreises folgen in den kommenden Jahren die Ausbauarbeiten in Olpe, Kirchhundem, Lennestadt und Finnentrop. Der Kreis Olpe koordiniert das gesamte Projekt für die kreisangehörigen Kommunen, das bis Ende 2024 abgeschlossen werden soll.

Im Mittelpunkt der Gespräche vor Ort standen insbesondere die innovativen Verlegemethoden, mit denen der Netzbetreiber sowie das von ihm beauftragte Generalunternehmen Soli Infratechnik GmbH die notwendige Technik zügig in die Erde bringt. In vielen Bereichen werden Fräsen eingesetzt, die es ermöglichen, täglich rund 600 Meter Glasfaserstrecke herzustellen und die Geländeoberfläche noch am gleichen Tag wieder herzurichten. Die notwendigen Hausanschlüsse bei den Endkunden werden in der Regel mittels einer Erdrakete hergestellt. Diese bohrt sich von der Grundstücksgrenze unterirdisch bis zur Hauswand, so dass auf den Hausgrundstücken bis auf eine kleine Anschlussgrube so gut wie keine Erdarbeiten stattfinden müssen.

Gunter Schwab von Deutsche Glasfaser zeigte die Chancen für den Erhalt eines schnellen Glasfaseranschlusses auch außerhalb der Fördergebiete auf. „Neben dem geförderten Ausbau sehen wir ein Potenzial von weiteren insgesamt 30.000 Glasfaseranschlüssen im gesamten Kreis Olpe. Diese planen wir, rein privatwirtschaftlich zu erschließen. Damit die Glasfasernetze außerhalb der Fördergebiete realisiert werden können, sind wir auf die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Mindestens 40 Prozent der Haushalte in den privatwirtschaftlichen Ausbaugebieten müssen dazu einen Tarif bei Deutsche Glasfaser buchen. Ist die Quote erreicht, erhalten sie einen Glasfaseranschluss ohne Anschlusskosten. In Drolshagen und Wenden sind wir bereits aktiv und informieren über unser Angebot,“ so Gunter Schwab weiter. Zwar hätten sich schon viele Haushalte für einen Tarifvertrag mit Deutsche Glasfaser entschieden, aber bis zum Erreichen der notwendigen 40-Prozent-Quote seien in den meisten Gebieten weitere Vertragsabschlüsse notwendig. Dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sich vom Angebot von Deutsche Glasfaser überzeugen lassen, hoffen auch der Landrat und die Bürgermeister. „Nie waren die Chancen für einen kostenfreien Glasfaseranschluss besser“, so das abschließende Fazit.

Der Kreis Olpe und die sieben kreisangehörigen Städte und Gemeinden arbeiten bereits seit 2016 in enger interkommunaler Zusammenarbeit und mit Unterstützung der kreiseigenen Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH erfolgreich an der Verbesserung der Breitbandversorgung im Kreisgebiet. Fördermittel von mehr als 77 Mio. Euro wurden von Bund und Land für den Breitbandausbau im Kreis Olpe bewilligt. So konnten in den Jahren 2017 bis 2020 bereits über 10.000 Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden. Über 680 Gewerbebetriebe und 46 Schulen wurden mit direkten Glasfaseranschlüssen angeschlossen. Bis Ende 2024 sollen die Haushalte in den noch verbliebenen weißen Flecken Glasfaseranschlüsse bis ins Haus erhalten. Aus aktuell laufenden Förderantragsverfahren sollen weitere rund 500 Unternehmen in 39 Gewerbegebieten mit schnellen Gigabit-Anschlüssen versorgt werden.

Vertragsunterzeichnung 6. Call im HSK

Hochsauerlandkreis: „führende Rolle beim Glasfaserausbau in Südwestfalen“
Landrat Dr. Karl Schneider unterzeichnet „6. Call“: fast 80 Millionen Euro Fördersumme

Mit der Vertragsunterzeichnung von Landrat Dr. Karl Schneider mit der Deutschen Telekom in dieser Woche (07.06.) hat der Hochsauerlandkreis die förderrechtlichen Grundlagen und Aufträge zum Breitbandausbau im 6. Call abgeschlossen. Aus heutiger Sicht wird der Glasfaserausbau mit weiteren 3.222 FTTB-Anschlüssen bis 2025 fertiggestellt sein. Neben der flächendeckenden Versorgung vieler Orte der zwölf kreisangehörigen Kommunen werden unter anderem 900 Unternehmen in 29 Gewerbegebieten und fünf Krankenhäuser versorgt.

Bei der Vertragsunterzeichnung im Kreishaus, v.l. Reinhard Rohleder, Deutsche Telekom, Landrat Dr. Karl Schneider, Gigabit-Koordinator Ludger Laufer. (Foto: HSK)

„Damit nimmt der Hochsauerlandkreis weiterhin eine führende Rolle beim öffentlich geförderten Glasfaserausbau in Südwestfalen ein“, bestätigte Reinhard Rohleder, Mitunterzeichner und kommunaler Ansprechpartner der Deutschen Telekom für den Breitbandausbau​ in der Region, den Kurs des Hochsauerlandkreises. Mit einer kompetenten, schlüssigen und beharrlichen Strategie haben sich der Hochsauerlandkreis und seine Städte und Gemeinden für die Versorgung des ländlichen Raumes mit schnellem Internet eingesetzt.

„Das letzte Kapitel eines langen, aber sehr erfolgreichen Weges ist heute aufgeschlagen worden. Alles, was beim öffentlichen Breitbandausbau förderfähig war, hat der Hochsauerlandkreis berücksichtigen können“, zog Landrat Dr. Karl Schneider eine Erfolgsbilanz. Und die kann sich sehen lassen. Beim Glasfaserausbau im Hochsauerlandkreis kommt inzwischen eine Gesamtfördersumme von fast 80 Millionen Euro von Bund und Land zum Zuge. Dr. Schneider dankte in diesem Zusammenhang auch dem Gigabit-Koordinator Ludger Laufer und der kreiseigenen TeleKommunikationsGesellschaft Südwestfalen, die mit Kompetenz und Engagement stets das Ziel der flächendeckenden Versorgung im Auge gehabt haben.

„Wir haben Erfahrungen sammeln können, die sich über Jahre ausgezahlt haben. Ich bin sehr zuversichtlich, den Plan bis zur Fertigstellung der weiteren Glasfaserinfrastruktur bis 2025 einzuhalten“, so Dr. Schneider abschließend.

Rund 100 Potenzialgebiete für eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in Südwestfalen

Auf Basis der aktuellen Versorgungsdaten des GigabitAtlas.NRW (Stand November 2020) hat das Kompetenzzentrum Gigabit.NRW so genannte „Potenzialgebiete“ identifiziert, visualisiert und im Mai 2021 veröffentlicht.

In diesen Gebieten befinden sich Adressen mit einer perspektivischen Versorgung von weniger als 100 Mbit/s bzw. 400 Mbit/s, für die insbesondere eine Forcierung des eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbaus anzustreben ist. Nachfolgende Karte zeigt diese Gebiete (rot <100 Mbit/s, blau <400 Mbit/s).

Karte: Open Steetmap contributors, Gebietsauswahl: Gigabit.NRW

In Gesprächen mit Netzbetreibern und Verbänden wurden folgende Kriterien/Parameter abgestimmt, die allesamt erfüllt sein müssen, damit eine Adressgruppe als Potenzialgebiet ausgewiesen werden kann:

  • Maximale Entfernung (Luftlinie) zwischen den Adressen: 100m
  • Mindestanzahl von Adressen pro Cluster: 200 Adressen
  • Mindestanzahl von Haushalten pro Cluster: 300 Haushalte

Bisherige Fördergebiete mit finalem Förderbescheid sind ausgeschlossen. Nicht alle Adressen innerhalb der ausgewiesenen Flächen sind unterversorgt. Innerhalb der Flächen wurde ein Potenzialgebiet gemäß den oben ausgewiesenen Parametern identifiziert.

Das Kompetenzzentrum Gigabit.NRW (früher Breitband.NRW) ist Teil der Maßnahmen des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein zur Unterstützung des Gigabitausbaus in NRW. Es wird seit Februar 2016 von der PricewaterhouseCoopers GmbH betrieben.

Stabübergabe beim Aufsichtsratsvorsitz: Marco Voge folgt auf Dr. Karl Schneider

Nach fast genau 13 Jahren übergibt Landrat Dr. Karl Schneider (Hochsauerlandkreis) den Aufsichtsratsvorsitz der kreiseigenen TeleKommunikationsGesellschaft Südwestfalen mbH (TKG) an seinen Amtskollegen Marco Voge (Märkischer Kreis). Voge wurde bei der Hybrid-Sitzung des Aufsichtsrates am Donnerstag, 29. April, im Kreishaus Meschede zum Nachfolger gewählt. Dr. Schneider wird dem Aufsichtsrat weiterhin als Mitglied angehören.

HSK-Landrat Dr. Karl Schneider (2.v.l.) gratuliert MK-Landrat Marco Voge zu seiner Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden der TKG. Die Geschäftsführer Stefan Glusa und Michael Stratmann freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Voge. (Foto: Pressestelle HSK)

Landrat Voge dankte Dr. Schneider auch im Namen der Geschäftsführung für sein Engagement für die Gesellschaft: „Die TKG hat durch deine vielfältige politische und kaufmännische Erfahrung profitiert, von der Erarbeitung des Gesellschaftsvertrages bis zur Neuausrichtung hin zum Glasfaser-Ausbau.“ Marco Voge freut sich auf die neue Aufgabe: „Es liegen weiterhin große Herausforderungen in Bezug auf die digitale Infrastruktur und den Mobilfunkausbau vor uns. Diese gehen wir in Südwestfalen mit der TKG gemeinsam an. Für uns als starker Wirtschaftsstandort und lebenswerte Regionen müssen diese Themen weiter ganz oben auf der Agenda stehen.“

Die TKG wurde im April 2008 vom Hochsauerlandkreis gegründet und Landrat Dr. Karl Schneider am 8. Mai 2008 erstmals zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Die südwestfälischen Nachbarkreise traten nach und nach bei (2011 Kreis Olpe, 2012 Kreis Soest und Kreis Siegen-Wittgenstein sowie 2013 der Märkische Kreis) und bereits zum 1. Januar 2011 firmierte die kommunale TK-Infrastrukturgesellschaft als TKG Südwestfalen.

2008 begann die TKG mit dem Schließen weißer Flecken, zunächst durch den Aufbau eines kreisweiten Richtfunknetzes, das im Dezember 2015 verkauft wurde. Im Jahr 2019 erfolgte eine strategische Neuausrichtung zum gemeinsamen Handeln aller fünf südwestfälischen Kreise beim Breitbandausbau. Seitdem konnte, mit Unterstützung der Breitband-und Gigabitkoordinatoren der Kreise, insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln von Bund, Land und EU für den Glasfaser-Ausbau in die Region geholt werden.

Neuer Gigabit-Koordinator im Märkischen Kreis

Matthias Pohl ist neuer Gigabit-Koordinator im Märkischen Kreis. Der 31jährige ist gelernter Fachinformatiker und studierte Wirtschaftsinformatik (B.Sc.) an der FH Dortmund und TH Köln. Bislang war Pohl in einem mittelständischen Unternehmen als stellvertretender IT-Leiter tätig, wo er auch für den Bereich Telekommunikation und Mobilfunk verantwortlich war. Er tritt die Nachfolge von Sergej Rudsinski an, der zur Autobahn GmbH des Bundes wechselt.

„Mit Matthias Pohl gewinnen wir einen engagierten und kompetenten neuen Kollegen in unserem Team der Gigabit- und Breitband-Koordinatorinnen und Koordinatoren unserer Region“ sagt Stefan Glusa, Geschäftsführer der kreiseigenen Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen. Gleichzeitig dankt er Sergej Rudsinski für die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten drei Jahren, in denen der Breitband-Ausbau im Kreisgebiet maßgeblich voran gebracht wurde.

Unterstützt wird Matthias Pohl von Thomas Hoheisel. Beide sind Ansprechpartner für alle Fragestellungen der Städte, Gemeinden, Unternehmen und Bürger zum TK-Netzausbau im Märkischen Kreis. Die Stelle des Gigabit-Koordinators wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Pohl freut sich auf die neue Herausforderung und benennt schon mal ein wichtiges Ziel: „Der geförderte Ausbau der Glasfasernetze im Kreis gehört für mich zu den wichtigsten Aufgaben.“ Derzeit laufen mehrere kreisweite Förderverfahren für Gewerbe- und Wohngebiete, Schulen und weiße Flecken aus Bundes- und Landesförderprogrammen. Damit werden insgesamt rund 30.000 neue Glasfaser-Anschlüsse bis in die Gebäude entstehen.

Glasfaserausbau im Märkischen Kreis nimmt Fahrt auf

Gute Nachrichten zum Jahresbeginn 2021 vermelden der Märkische Kreis (MK) und die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen (TKG-SWF): Der Ausbau der Gigabit- und Breitbandnetze im Märkischen Kreis macht deutliche Fortschritte. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran und nehmen immer mehr Tempo auf. Das ist gut so, weil den Bürgerinnen und Bürgern das Thema zurecht unter den Nägeln brennt. Zahlreiche Anfragen dazu, die mich persönlich erreichen, belegen den Bedarf“, sagt Landrat Marco Voge, der gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat der TKG-SWF ist.

Über die Fortschritte bei Gigabitversorgung und Breitbandausbau im Märkischen Kreis freuen sich (v.l.) Geschäftsführer Stefan Glusa (TKG-SWF), Gigabitkoordinator Sergej Rudsinski, Breitbandkoordinator Thomas Hoheisel und Landrat Marco Voge. (Foto: Vorsmann)

Der MK profitiert von diversen Förderprojekten des Bundes sowie des Landes Nordrhein-Westfalen. Ein Beispiel ist das „Regionale Wirtschaftsförderprogramm“, das insbesondere Gewerbetreibende, aber auch umliegende Privathaushalte berücksichtigt. Den historisch gewachsenen Industrie- und Gewerbeansiedlungen im MK kommt das entgegen. „Der Ausbau erfolgt in 42 Gewerbegebieten“, berichtet Sergej Rudsinski, Gigabitkoordinator für den MK, und ergänzt: „Mehr als 940 Unternehmern und Nachfragern ist der Zugang zu einem gigabitfähigen Glasfaseranschluss eingerichtet worden. Tiefbautechnisch sind die ausführenden Baufirmen zu 99 % fertig. Das bedeutet, dass die Hauptkabeltrassen vor den Grundstücken in den vergangenen beiden Jahren gelegt wurden.“ Im nächsten Schritt sollen die Hausanschlüsse folgen. Eigentümer, die sich noch nicht für den Ausbau entschieden haben, können das hier nachholen. Für die Anbindung an den Hausanschluss auf dem Grundstück erhebt der Netzbetreiber eine pauschale Installationsgebühr in Höhe von knapp 800 Euro.

Eine beachtliche Dynamik zeigt sich auch beim Glasfaserausbau in den Wohngebieten (Bundesförderprogramm 3. Call, wir berichteten). „In 2020 haben die Tiefbauunternehmen knapp 140 Kilometer Tiefbau geschafft. Insgesamt umfasst die Maßnahme 1000 Kilometer Tiefbau für rund 44.650 Haushalte bzw. 24.000 Adressen“, berichtet Sergej Rudsinski. In Altena oder Nachrodt-Wiblingwerde sind die Tiefbauarbeiten bereits abgeschlossen. Lediglich Hausanschlüsse werden noch montiert, so dass in diesen beiden Kommunen im ersten Quartal 2021 die Buchbarkeit der neuen Tarife ermöglicht werden soll. Mehrere Tiefbauunternehmen arbeiten momentan in Schalksmühle, Halver, Kierspe und Meinerzhagen sowie in Iserlohn und Menden. In Lüdenscheid, Herscheid, Plettenberg, Hemer, Balve, Neuenrade und Werdohl soll der Tiefbau in diesem Jahr beginnen.

Sehr gut sind die Rückmeldequoten in jenen Kommunen, in denen die Eigentümer bezüglich eines vollständig geförderten Glasfaseranschlusses kontaktiert worden sind. Sie liegen zum Teil bei mehr als 90 Prozent, wie zum Beispiel in Altena (90,7%), Kierspe (94,4%), Schalksmühle (92,2%), Lüdenscheid (91,5%) oder Meinerzhagen (94,3%). Auch aus Halver (88,2%) und Nachrodt-Wiblingwerde (89,7%) gibt es viele Rückmeldungen. Landrat Voge: „Insgesamt zeigt sich, dass das mit 60,45 Millionen Euro geförderte Projekt von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird.“ Der Ausbau über weitere 860 Kilometer wird binnen drei Jahren erfolgen.

Auch Einzellagen sowie Randbereiche außerhalb größerer Ortschaften im MK kommen beim Breitbandausbau zum Zuge. Für die „weißen Flecken“ (6. Call der Bundesförderung Breitband, wir berichteten) ist ein Förderantrag beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gestellt und im November 2019 ein Förderbescheid in Höhe von 30 Millionen Euro bewilligt worden. Mit weiteren 27 Millionen Euro vom Land NRW und einem kommunalen Eigenanteil werden die Tiefbauarbeiten auf eine Länge von 1000 Kilometer geschätzt. „Wir sind ehrgeizig und möchten die europaweite Ausschreibung so schnell wie möglich abschließen, damit das Projekt noch 2021 starten kann“, sagt Gigabitkoordinator Sergej Rudsinski. Darüber hinaus sollen 58 Schulen, acht Krankenhäuser und rund 2200 Gewerbeadressen im Kreis profitieren. Die mehr als 4.300 Privatadressen mit unterversorgten Bereichen verteilen sich wie folgt:

  • Altena (254 „weiße Flecken“)
  • Balve (30)
  • Halver (279)
  • Hemer (152)
  • Herscheid (137)
  • Iserlohn (888)
  • Kierspe (247)
  • Lüdenscheid (234)
  • Meinerzhagen (205)
  • Menden (844)
  • Nachrodt-Wiblingwerde (83)
  • Neuenrade (43)
  • Plettenberg (402)
  • Schalksmühle (280)
  • Werdohl (226)

Fazit: Der Anteil der Gigabitversorgung im MK steigt signifikant. Ist der Ausbau der drei Förderprojekte – „Regionales Wirtschaftsförderprogramm“ (Abschluss Juni 2021), 3. Call (Abschluss Juni 2023) und 6. Call (planmäßig im Jahr 2025) abgeschlossen, dann hat der Kreis seine ambitionierte Zielvorgabe erreicht. „Etappenweise und ergänzend zum freien, zuständigen Telekommunikationsmarkt wird dann ein Großteil aller Haushalte mehr als 100 Mbit/s im Download haben, jede Adresse im Märkischen Kreis jedoch mindestens 30 Mbit/s“, berichtet Sergej Rudsinski. „Viele Haushalte können heute schon, ohne das Fördermittel investiert werden müssen, auf gigabitfähige Anschlüsse (das heißt 1.000 Mbit/s) über das Kabelnetz oder sehr schnelle Internet-Verbindungen durch das Super-Vectoring (bis zu 250 Mbit/s) zugreifen. Regelmäßige Verfügbarkeitsabfragen bei den Netzbetreibern und entsprechende Anpassungen der Verträge lohnen sich.“ Landrat Marco Voge ergänzt: „Eine leistungsfähige und zukunftssichere digitale Infrastruktur ist ein wichtiger Standortfaktor für unseren Märkischen Kreis.“
Der MK ist gemeinsam mit seinen vier südwestfälischen Nachbarkreisen Gesellschafter der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen, die alle Aktivitäten zum Netzausbau auf regionaler Ebene koordiniert und weiterentwickelt.

Weitere Links:
Interaktive Kartendarstellung aller Ausbaugebiete: https://gdi2.maerkischer-kreis.de/Breitband-gesamt.html 
Allgemeine Informationen und Ansprechpartner: https://www.maerkischer-kreis.de/breitband.php

Weitere 43 Schulen sollen ans Gigabitnetz

Für weitere 43 Schulen in 12 Städten und Gemeinden der Region hat die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen zusammen mit der Vergabestelle des Kreises Siegen-Wittgenstein am 26.11.2019 die europaweite Ausschreibung gestartet. Nachdem bereits im Sommer eine erste Ausschreibung für 91 Schulen überwiegend im Märkischen Kreis und im Hochsauerlandkreis erfolgte, umfasst die neue Ausschreibung nun vor allem Kommunen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Soest.
Auf Grundlage der Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen für die Glasfaseranbindung der öffentlichen Schulen und der genehmigten Ersatzschulen, soll die Breitbandversorgung und Digitalisierung von Schulen in den Gemeinden Burbach, Wilnsdorf, Möhnesee, Welver und Bestwig, sowie den Städten Bad Berleburg, Bad Laasphe, Freundenberg, Hilchenbach, Kreuztal, Netphen, und Siegen verbessert werden.
Zu diesem Zweck werden geeignete Bieter für die Anbindung von Schulgebäuden an ein gigabitfähiges Telekommunikationsnetz gesucht, um eine leistungs- und zukunftsfähige Versorgung der Schulstandorte sicherzustellen. Eine Breitbandversorgung von mindestens 1 GBit/s symmetrisch am Schulgebäude ist gemäß den Bestimmungen der Förderrichtlinie zu gewährleisten. Der Bieter soll die notwendige Netzinfrastruktur errichten und entsprechende Dienste erbringen.

 

Angebotsfrist ist der 09.01.2020. Die laufende Ausschreibung ist unter folgenden Links abrufbar:

 

 

 

 

2. GigabitGipfel.NRW mit Netzbetreibern und Branchenverbänden

NRW und Südwestfalen kommen voran auf dem Weg in die Gigabitgesellschaft
Auf dem 2. GigabitGipfel.NRW am Dienstag, den 20.08.2019 haben Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, die acht führenden Netzbetreiber sowie fünf Branchenverbände eine positive Zwischenbilanz ihrer im vergangenen Jahr vereinbarten Zusammenarbeit gezogen. Insbesondere bei Schulen und Gewerbegebieten schreitet der Ausbau zügig voran. Durch die Aufrüstung des Fernsehkabelnetzes (HFC) und den kontinuierlichen Ausbau von Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude (FTTB) wird Nordrhein-Westfalen nach der 50 Mbit/s- und 400 Mbit/s-Versorgung in den kommenden Jahren auch bei den Gigabitanschlüssen mit über 1000 Mbit/s an der Spitze der Flächenländer stehen.
Minister Pinkwart: „Nordrhein-Westfalen kommt voran auf dem Weg in die Gigabitgesellschaft. Die Zusammenarbeit des Landes mit den führenden Netzbetreibern und ihren Verbänden sowie mit Kommunen, Kammern und Schulvertretern trägt Früchte. Wir haben Aktionspläne für Schulen und Gewerbegebiete entwickelt und sind auf gutem Weg, bis 2022 alle Schulen und Gewerbegebiete an Gigabitnetze anzuschließen. Bei der Versorgung der Haushalte bis 2025 machen wir erhebliche Fortschritte durch die in Nordrhein-Westfalen starken FTTB-Netzbetreiber und die Aufrüstung des HFC-Netzes.“

Netzbetreiber und Verbände trafen sich zum 2. Gigabit Gipfel NRW im Ministerium. (Foto: Gigabit.NRW)

Die Nachfrage nach hohen Bandbreiten steigt. 70 Prozent der Haushalte sind bereits mit mindestens 400 Mbit/s versorgt – mehr als in jedem anderen Flächenland. Diese HFC-Netze werden in den kommenden Jahren auf Gigabitfähigkeit aufgerüstet.
Parallel geht der FTTB-Ausbau von Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude (Fibre to the building) weiter und erschließt kontinuierlich Haushalte mit Gigabitbandbreiten im Down- und Upload. Neben dem eigenwirtschaftlichen Ausbau will das Land von diesem Jahr an erneut eine Milliarde Euro in Förderprojekte investieren.
86 Prozent der Schulen haben bereits einen Gigabitanschluss bzw. ein solcher ist geplant. Das hat eine Abfrage der Schulträger und Kommunen ergeben. Bei den Gewerbegebieten sind es 66 Prozent. Die am GigabitGipfel.NRW teilnehmenden Netzbetreiber wollen eigenwirtschaftlich 15 Prozent der Schulen und 40 Prozent der Gewerbegebiete erschließen. Die Aktionspläne zeigen den Weg zur Vollversorgung bis Ende 2022.
Alternative Verlegemethoden:
Die Landesregierung unterstütze Kommunen dabei, durch schnellere und kostengünstigere Verlegemethoden in geringerer Tiefe (wie in Südwestfalen) die Versorgung mit schnellem Internet zu beschleunigen. Bewährt haben sich Veranstaltungen (wie das Breitband-Forum Südwestfalen), bei denen sich Kommunen zu Best-Practice-Beispielen, Genehmigungsabläufen und Baustellenmanagement untereinander austauschen.
Ziel des Landes ist es, bis 2022 alle Schulen und Gewerbegebiete sowie bis 2025 die Fläche mit Gigabitanschlüssen zu versorgen. In Südwestfalen laufen dazu bereits vier große Ausschreibungsverfahren.

Grafik: MWIDE

Beim ersten GigabitGipfel.NRW im Juli 2018 haben Land, führende Netzbetreiber und Verbände eine Zusammenarbeit bei der Erreichung dieser Ziele vereinbart. Das habe bereits einen erheblichen Schub beim Anschluss der Schulen und Gewerbegebiete gebracht, der nun auch für die Fläche zu erwarten sei, heißt es in der Pressemeldung aus dem Ministerium.