Ausschreibung der MIG für Funkmast und weitere Markterkundungen in Südwestfalen

Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes (MIG) hat den Förderaufruf für einen neuen Funkmasten in Neuhaus, Gemeinde Möhnesee (Kreis Soest) veröffentlicht. Es ist der erste Aufruf in Nordrhein-Westfalen und erst der zweite bundesweit.

Außerdem hat die MIG in Südwestfalen sieben weitere Markterkundungsverfahren (MEV) für Gebiete ohne Mobilfunkversorgung im Hochsauerlandkreis (Meschede, Sundern, Schmallenberg), Kreis Olpe (Kirchhundem), Kreis Siegen-Wittgenstein (Bad Berleburg, Erndtebrück, Hilchenbach, Netphen Sohlbach) gestartet.

Die Förderverfahren der MIG sind mehrstufig und beginnen mit Markterkundungsverfahren. Ist nach dessen Ergebnis ein Gebiet förderfähig, erfolgt im nächsten Schritt die Standortsuche und -vorbereitung. Um diese zu vereinfachen und zu beschleunigen, vereinbart die MIG Musterverträge mit Akteuren, die an vielen Orten Grundstücke für geförderte Standorte bereitstellen können. Erst wenn das Grundstück vorvertraglich gebunden und die Abstimmungen mit den örtlichen Behörden sowie die technische Vorplanung des Ausbaus dieser Standorte erfolgt ist, kann ein Förderaufruf veröffentlicht werden. Die Standortvorbereitung hat die MIG nun für die Gemeinde Möhnesee abgeschlossen. Der Förderaufruf für die Errichtung eines Mobilfunkmasts ist bereits veröffentlicht. Mit dem Mobilfunkmast sollen zukünftig ca. 60 Haushalte und ein großer Ferienpark mindestens mit 4G-Empfang versorgt werden.

Mitte April 2021 hatte die kreiseigene Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen die Zusammenarbeit mit der MIG in den fünf Kreisen der Region Südwestfalen gestartet und die ersten Ortstermine im Kreis Soest und im Hochsauerlandkreis mit den beteiligten Kommunen koordiniert. Die gute Zusammenarbeit vor Ort weiß der Geschäftsführer der MIG, Ernst Ferdinand Wilmsmann, zu schätzen: „Den Standort haben wir mit Hilfe engagierter Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen im örtlichen Landratsamt und in der Gemeinde gefunden. Das Beispiel zeigt, wie wichtig gute Kontakte vor Ort sind. Wir werden unser Netzwerk regionaler Teams daher erweitern, um den Mobilfunkausbau in schwierig zu erschließenden Gebieten direkt vor Ort zu unterstützen.“

Ab sofort können sich klassische Tower Companies oder Unternehmen, die über die erforderliche Sach- und Fachkunde sowie die Zuverlässigkeit für den Bau und den Betrieb eines Mobilfunkmasts verfügen, um eine Förderung bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 27.06.2022.

Die laufenden Markterkundungen enden am 29.06.2022.

Funkloch-App im Kreis Soest im Einsatz

Alle Bürgerinnen und Bürger können dazu beitragen, Versorgungslücken in den Mobilfunknetzen zu schließen.

Mobilfunkkoordinator Philipp Bußmann macht auf die kostenfreie Funkloch-App aufmerksam und bittet um ihren Einsatz durch die Bürgerinnen und Bürger. (Foto: Weinstock/Kreis Soest)

Noch immer gibt es deutschlandweit Funklöcher, auch wenn große Teile des Landes bereits mit 4G unterwegs sind. Um diese Versorgungslücken flächendeckend aufspüren zu können, bietet die Bundesnetzagentur eine kostenfreie App an, mit der deutschlandweit und standortgenau Funklöcher gemeldet werden können.

Die gemeldeten Funklöcher werden zusätzlich von der Bundesnetzagentur mit der Mobilfunkversorgungskarte des Anbieters verglichen und auf Plausibilität geprüft. Weiter werden stichprobenartig eigene Messungen des Prüf- und Messdienstes der Bundesnetzagentur durchgeführt, um mit all diesen Daten die Versorgungsauflagen der Anbieter zu überprüfen.

„Durch den Einsatz der Funkloch-App können Bürgerinnen und Bürger deutschlandweit dazu beitragen, bestehende Versorgungslücken schneller zu schließen“, bittet Philipp Bußmann, Mobilfunkkoordinator bei der Kreisverwaltung Soest, die App im Apple App Store oder Google Play Store kostenfrei herunterzuladen und ausgiebig zu nutzen. So dienen die Daten für den Kreis Soest als weitere Grundlage für die Gespräche mit den Anbietern, um die Versorgungslücken vor Ort schnellstmöglich schließen zu lassen.

„In allen fünf südwestfälischen Kreisen wird die Funkloch-App seit ihrer Einführung im Oktober 2018 regelmäßig genutzt, um die Netzverfügbarkeit der Mobilfunknetze zu erfassen und so vorhandene Funklöcher zu ermitteln“, erklärt Stefan Glusa, Geschäftsführer der kreiseigenen Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen.

Die individuell erfassten Netzverfügbarkeiten (kein Netz, 2G, 3G, 4G, 5G) werden auf dem Endgerät gespeichert und in einer Karte dargestellt. Zudem werden die Daten an die Breitbandmessung übermittelt und fließen in aggregierter Form in die Funkloch-Karte.

Auf der Funkloch-Karte werden die Messergebnisse dargestellt. (Screenshot: TKG-SWF, Quelle: Bundesnetzagentur/Zafaco)

Zusammen mit der Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes (MIG), allen Netzbetreibern und Tower-Companies arbeiten die Mobilfunkkoordinatoren in Südwestfalen an der flächendeckenden Mobilfunkversorgung und der Errichtung neuer Standorte im Hochsauerlandkreis, Kreis Olpe, Kreis Soest, Kreis Siegen-Wittgenstein und dem Märkischen Kreis. Aktuell laufen in der Region mehrere Markterkundungen für Gebiete, in denen neue Funkmasten entstehen sollen.

Vodafone schließt 24 Schulen mit Glasfaser an

Schnelles Internet ist die Voraussetzung für digitales Lehren und Lernen. Vielen Schulen in Deutschland fehlt es aber noch an einem Zugang mit Gigabit-Tempo, besser ist die Situation in Südwestfalen. Vodafone hat nun mehrere Ausbauprojekte vollendet, bei denen insgesamt 24 Schulen mit Glasfaser erschlossen wurden. Das Gros der Bildungsstätten befindet sich im Hochsauerlandkreis. Dort hat Vodafone in Arnsberg 13 Schulen und in Meschede drei Schulen per Glasfaser angebunden. Weitere Schulen befinden sich in Lennestadt, Olpe, Winterberg und Soest. Der Anschluss erfolgte im Rahmen des vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Netzausbaus, koordiniert durch die kreiseigene TeleKommunikationsGesellschaft Südwestfalen mbH (wir berichteten).

So wie hier die „Schule unter dem Regenbogen“ in Meschede, haben insgesamt 24 Schulen im Hochsauerlandkreis, Kreis Olpe und Kreis Soest einen geförderten Glasfaseranschluss erhalten (Foto: TKG-SWF)

Für den Anschluss der Schulen an das Vodafone Glasfasernetz setzt das Unternehmen auf verschiedenste Verlege-Techniken. Dort, wo längere Strecken schnell überwunden werden müssen, setzt Vodafone das moderne Horizontal-Spülbohrverfahren ein. Begonnen haben die Arbeiten an den 24 Schulen im vergangenen Frühjahr. Viele der Glasfaseranschlüsse sind bereits in Betrieb genommen worden, mancherorts wird noch die Inhaus-Verkabelung gelegt. An den neu erschlossenen Schulen sind nun Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde möglich.

Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland: „Leistungsfähige Netze sind die Grundlage für die Digitalisierung unserer Schulen. Ein Gigabit-Anschluss liefert die benötigte Leistung für Home-Schooling und digitales Lernen.“

Die Anbindung wird aus Mitteln des Landes NRW gefördert. “Noch bis Ende 2022 können öffentliche Schulen und genehmigte Ersatzschulen entsprechende Förderanträge bei der Bezirksregierung stellen. Wir unterstützen die Schulträger dabei von der Ausschreibung bis zur Inbetriebnahme der Glasfaseranschlüsse”, erklärt Stefan Glusa, Geschäftsführer der TeleKommunikationsGesellschaft Südwestfalen mbH.

Überblick der von Vodafone mit Glasfaser erschlossenen Schulen

Im Hochsauerlandkreis:
Ruth-Cohn-Schule, Arnsberg
Grundschulverbund „Regenbogen“, Arnsberg
Grundschule Moosfelde, Arnsberg
Grundschule „Mühlenberg“, Arnsberg
Grundschule „Norbertusschule“, Arnsberg
Grundschule „Müggenberg/Rusch“, Arnsberg
Grundschule „Röhrschule“, Arnsberg
Grundschule „Graf-Gottfried-Schule“, Arnsberg
Grundschule „Rodentelgenschule“, Arnsberg
Grundschule „Adolf-Sauer-Schule“, Arnsberg
Grundschule „Johannesschule“, Arnsberg
Grundschule „St. Michael“, Arnsberg
Schule unter dem Regenbogen, Meschede
St. Walburga-Schule, Meschede
Marienschule, Meschede
Kath. Grundschule am Postteich, Winterberg

Im Kreis Olpe:
Janusz-Korczak-Schule, Lennestadt
Franziskus-Schule, Hauptstandort Meggen, Lennestadt
Franziskus-Schule,Teilstandort Maumke, Lennestadt
St. Nikolaus-Schule, Grevenbrück Lennestadt
Kath. Grundschule Düringer Hauptstandort, Olpe
Kath. Grundschule Auf dem Gallenberg, Olpe

Im Kreis Soest:
Wiesegrundschule, Soest
Bruno-Grundschule, Soest

5G für die Region Südwestfalen: Vodafone baut Infrastruktur aus

Vodafone hat in Südwestfalen mehrere neue 5G-Mobilfunkstationen in Betrieb genommen. Wie das Unternehmen mitteilte, versorgt Vodafone bereits an

  • 20 Orten im Hochsauerlandkreis (HSK)
  • 5 Orten im Kreis Olpe (OE)
  • 12 Orten im Kreis Soest (SO)
  • 10 Orten im Kreis Siegen Wittgenstein (SI)
  • 19 Orten im Märkischen Kreis (MK)

die Bevölkerung mit 5G, u.a. an folgenden Standorten:

  • HSK: Marsberg, Meschede (2x), Schmallenberg, Eslohe (2x), Hallenberg, Arnsberg (3x)
  • OE: Lennestadt, Drolshagen, Wenden, Kirchhundem und Olpe
  • SO: Möhnesee (2x), Werl, Erwitte, Bad Sassendorf, Soest (2x), Rüthen (2x), Geseke und Lippstadt
  • SI: Bad Laasphe, Burbach, Erndtebrück, Kreuztal (3x), Bad Berleburg, Hilchenbach und Siegen (2x)
  • MK: Altena, Kierspe, Iserlohn (3x), Werdohl (2x), Balve, Herscheid, Hemer, Halver, Plettenberg (3x), Menden (Sauerland), Lüdenscheid und Schalksmühle
Karte der Netzabdeckung von Vodafone in Südwestfalen (Quelle: Bundesnetzagentur, Letzte Datenaktualisierung: 10/2021, GeoBasis-DE / BKG)

Mittelfristiges Ziel sei es, möglichst die gesamte Bevölkerung im Kreis an das 5G-Netz anzubinden – so, wie es bei der Mobilfunkversorgung mit Sprache (GSM =2G) und bei der mobilen Breitbandtechnologie LTE (=4G) bereits heute nahezu der Fall sei. Um ein flächendeckendes 5G-Netz herzustellen, werde Vodafone zunächst die bereits vorhandene Mobilfunk-Infrastruktur weitgehend mitnutzen und seine 5G-Antennen, wo immer es möglich ist, an den bestehenden Standorten in Südwestfalen in Betrieb nehmen.

Von den bestehenden Mobilfunkstationen werden

  • 127 im Hochauerlandkreis
  • 49 im Kreis Olpe
  • 92 im Kreis Soest
  • 92 im Kreis Siege-Wittenstein
  • 108 im Märkischen Kreis

nach und nach aufgewertet, indem dort zusätzlich 5G-Technologie installiert wird – zum Beispiel an Masten, Aussichtstürmen, Kirchtürmen sowie auf den Dächern von Rathäusern, Bürogebäuden und Wohnhäusern. Dieses geschieht Station für Station im Laufe der nächsten Jahre.

Aktuell versorgt das Vodafone-Mobilfunknetz

  • 99,8 Prozent (HSK)
  • 99,6 Prozent (OE)
  • 99,9 Prozent (SO)
  • 99,8 Prozent (SI)
  • 99,9 Prozent (MK)

der Bevölkerung, und mit LTE

  • 96,6 Prozent (HSK)
  • 93,8 Prozent (OE)
  • 99,8 Prozent (SO)
  • 97,3 Prozent (SI)
  • 99,3 Prozent (MK)

Weitere LTE-Bauprojekte:

  • 14 im HSK, davon 8 neue in: Schmallenberg (2x), Olsberg (2x), Brilon, Hallenberg, Arnsberg und Bestwig, um bestehende LTE-Funklöcher zu beseitigen. An 3 vorhandenen Standorten in Schmallenberg (2x) und Arnsberg werden zusätzliche LTE-Antennen angebracht, um die Kapazitäten und Geschwindigkeiten im Einzugsbereich dieser LTE-Stationen zu steigern. 3 Neubaustandorte sind in Schmallenberg, Arnsberg und Meschede geplant.
  • 9 in OE, davon 3 neue in Olpe, um bestehende LTE-Funklöcher zu beseitigen. An 2 vorhandenen LTE-Stationen in Attendorn und Olpe werden zusätzliche LTE-Antennen angebracht, um die Kapazitäten und Geschwindigkeiten im Einzugsbereich dieser LTE-Stationen zu steigern. 4 Neubaustandorte sind in Wenden, Drolshagen (2x) und Kirchhundem geplant.
  • 7 in SO, davon 2 in Wickede (Ruhr) und Rüthen, um bestehende LTE-Funklöcher zu beseitigen. An 4 vorhandenen LTE-Stationen in Möhnesee, Geseke und Lippstadt (2x) werden zusätzliche LTE-Antennen angebracht, um die Kapazitäten und Geschwindigkeiten im Einzugsbereich dieser LTE-Stationen zu steigern. Ein LTE-Neubaustandort ist in Ense geplant.
  • 13 in SI, davon 4 neue in Bad Laasphe, Siegen, Bad Berleburg und Kreuztal, um bestehende LTE-Funklöcher zu beseitigen. An 8 vorhandenen LTE-Stationen in Kreuztal (2x), Siegen (4x), Freudenberg und Hilchenbach werden zusätzliche LTE-Antennen angebracht, um die Kapazitäten und Geschwindigkeiten im Einzugsbereich dieser LTE-Stationen zu steigern. Ein LTE-Neubaustandort ist in Kreuztal geplant.
  • 15 im MK, davon 2 neue in Lüdenscheid und Menden, um bestehende LTE-Funklöcher zu beseitigen. An 10 vorhandenen LTE-Stationen in Iserlohn (3x), Werdohl, Balve, Herscheid (2x), Halver und Plettenberg (2x) werden zusätzliche LTE-Antennen angebracht. 3 LTE-Neubaustandorte sind in Werdohl, Hemer und Kierspe geplant.

6. Breitband-Forum Südwestfalen am 2.9.2021 in Hagen

Nachdem unser jährliches „Breitband-Forum Südwestfalen“ in 2020 coronabedingt verschoben werden musste, bündeln wir 2021 die Kräfte mit weiteren starken Partnern:

Dank der Kooperation mit der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer, Produktion.Digital.SWF, dem Gigabitbüro des Bundes und weiteren Beteiligten, kann das 6. Breitband-Forum als Bestandteil des Breitband-Kongresses im Rahmen der SIHK-DigitalWoche
am 2. September 2021 in Hagen stattfinden – in Präsenz und als Livestream!

Schwerpunkt der Veranstaltung wird das Thema 5G-Mobilfunk sein: Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich insbesondere für Unternehmen durch den Einsatz dieser Technik und welche Hürden sind auf dem Weg dorthin zu überwinden? Spannende Live-Demonstrationen eines 4G/5G Campusnetzes, einer ferngesteuerten Logistik-Drohne, portablen Anwendungen in AR und VR, u.v.m. erwarten Sie!

Agenda (vorläufig)

Am Nachmittag findet ein Workshop zum Thema “Internet of Things (IoT) für Unternehmen und Kommunen” durch das Gigabitbüro des Bundes statt Für den Workshop ist eine gesonderte Anmeldung erforderlich.

Außerdem werden die südwestfälischen Breitband- und Gigabitkoordinatoren vor Ort sein und über den geförderten und eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau informieren.

Termin: Donnerstag, den 2.9. ab 10 Uhr
Ort: SIHK zu Hagen, Bahnhofstraße 18, 58095 Hagen und als Livestream.
Zielgruppe: Vertreter von Unternehmen und Kommunen

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, jedoch ist eine Anmeldung zwingend erforderlich.

Die Veranstaltung soll in Präsenz stattfinden und wird zusätzlich per Livestream übertragen. Coronabedingt können sich hierbei kurzfristige Änderungen ergeben. Diese werden angemeldeten Teilnehmern zeitnah per Mail mitgeteilt.

Deutsche Glasfaser startet geförderten Ausbau im Kreis Olpe

Im Kreis Olpe fand am 22.06.2021 der offizielle Spatenstich für den geförderten Glasfaser-Ausbau der Deutschen Glasfaser statt. Nachdem Mitte Dezember 2020 die Verträge unterzeichnet worden waren (wir berichteten), sind jetzt die Bagger, Fräsen und Kabelpflüge am Werk. Die ersten 17 Kilometer der Leitungstrasse sind bereits verlegt und es geht weiter zügig voran. Noch in diesem Jahr sollen die gigabitfähigen Breitbandanschlüsse in der Hansestadt Attendorn ans Netz gehen. In den nächsten Wochen starten auch die Bauarbeiten in Drolshagen und Wenden.

Landrat Theo Melcher (5. v.r.), die Bürgermeister Ulrich Berghof (Stadt Drolshagen) und Bernd Clemens (Gemeinde Wenden) sowie den Beigeordneten Carsten Graumann (Hansestadt Attendorn), informierten sich vor Ort über den aktuellen Baufortschritt und die weiteren Planungen. (Foto: Kreis Olpe)

„Mit dem jetzt begonnenen Glasfaserausbau schlagen wir ein weiteres Kapitel im Bereich des öffentlich geförderten Breitbandausbaus auf. Bereits in den vergangenen fünf Jahren konnten wir große Fortschritte beim Breitbandausbau erzielen. Nun werden auch die letzten weißen Flecken endlich mit gigabitfähigem Internet versorgt,“ freut sich Landrat Theo Melcher.

Im Rahmen des geförderten Gigabitausbaus wird Deutsche Glasfaser in den nächsten Jahren rund 2.500 Haushalte in den derzeit noch vorhandenen weißen Flecken im Kreisgebiet mit FTTH-Glasfaseranbindung („Fiber To The Home“ – Glasfaser bis ins Haus) erschließen. Die Städte und Gemeinden erbringen dazu einen finanziellen Eigenanteil von rund 7,5 Mio. Euro, damit die Gesamtfinanzierung sichergestellt ist. „In Anbetracht der fortschreitenden Digitalisierung bestens investiertes Geld,“ sind sich die drei Bürgermeister einig.

Stellvertretend für die Fördermittelgeber war auch Markus Sobotta vom Projektträger ateneKOM GmbH dabei. Der Bund fördert das Projekt mit rund 37,8 Mio. Euro und das Land Nordrhein-Westfalen gibt rund 30,3 Mio. Euro dazu. Insgesamt sind für das Projekt Tiefbauarbeiten auf über 600 Kilometer Länge erforderlich, mehr als 1.400 Kilometer Leerrohre und über 1.900 Kilometer Glasfaser werden verlegt. Nach dem Baustart im westlichen Teil des Kreises folgen in den kommenden Jahren die Ausbauarbeiten in Olpe, Kirchhundem, Lennestadt und Finnentrop. Der Kreis Olpe koordiniert das gesamte Projekt für die kreisangehörigen Kommunen, das bis Ende 2024 abgeschlossen werden soll.

Im Mittelpunkt der Gespräche vor Ort standen insbesondere die innovativen Verlegemethoden, mit denen der Netzbetreiber sowie das von ihm beauftragte Generalunternehmen Soli Infratechnik GmbH die notwendige Technik zügig in die Erde bringt. In vielen Bereichen werden Fräsen eingesetzt, die es ermöglichen, täglich rund 600 Meter Glasfaserstrecke herzustellen und die Geländeoberfläche noch am gleichen Tag wieder herzurichten. Die notwendigen Hausanschlüsse bei den Endkunden werden in der Regel mittels einer Erdrakete hergestellt. Diese bohrt sich von der Grundstücksgrenze unterirdisch bis zur Hauswand, so dass auf den Hausgrundstücken bis auf eine kleine Anschlussgrube so gut wie keine Erdarbeiten stattfinden müssen.

Gunter Schwab von Deutsche Glasfaser zeigte die Chancen für den Erhalt eines schnellen Glasfaseranschlusses auch außerhalb der Fördergebiete auf. „Neben dem geförderten Ausbau sehen wir ein Potenzial von weiteren insgesamt 30.000 Glasfaseranschlüssen im gesamten Kreis Olpe. Diese planen wir, rein privatwirtschaftlich zu erschließen. Damit die Glasfasernetze außerhalb der Fördergebiete realisiert werden können, sind wir auf die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Mindestens 40 Prozent der Haushalte in den privatwirtschaftlichen Ausbaugebieten müssen dazu einen Tarif bei Deutsche Glasfaser buchen. Ist die Quote erreicht, erhalten sie einen Glasfaseranschluss ohne Anschlusskosten. In Drolshagen und Wenden sind wir bereits aktiv und informieren über unser Angebot,“ so Gunter Schwab weiter. Zwar hätten sich schon viele Haushalte für einen Tarifvertrag mit Deutsche Glasfaser entschieden, aber bis zum Erreichen der notwendigen 40-Prozent-Quote seien in den meisten Gebieten weitere Vertragsabschlüsse notwendig. Dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sich vom Angebot von Deutsche Glasfaser überzeugen lassen, hoffen auch der Landrat und die Bürgermeister. „Nie waren die Chancen für einen kostenfreien Glasfaseranschluss besser“, so das abschließende Fazit.

Der Kreis Olpe und die sieben kreisangehörigen Städte und Gemeinden arbeiten bereits seit 2016 in enger interkommunaler Zusammenarbeit und mit Unterstützung der kreiseigenen Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH erfolgreich an der Verbesserung der Breitbandversorgung im Kreisgebiet. Fördermittel von mehr als 77 Mio. Euro wurden von Bund und Land für den Breitbandausbau im Kreis Olpe bewilligt. So konnten in den Jahren 2017 bis 2020 bereits über 10.000 Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden. Über 680 Gewerbebetriebe und 46 Schulen wurden mit direkten Glasfaseranschlüssen angeschlossen. Bis Ende 2024 sollen die Haushalte in den noch verbliebenen weißen Flecken Glasfaseranschlüsse bis ins Haus erhalten. Aus aktuell laufenden Förderantragsverfahren sollen weitere rund 500 Unternehmen in 39 Gewerbegebieten mit schnellen Gigabit-Anschlüssen versorgt werden.

Rund 100 Potenzialgebiete für eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in Südwestfalen

Auf Basis der aktuellen Versorgungsdaten des GigabitAtlas.NRW (Stand November 2020) hat das Kompetenzzentrum Gigabit.NRW so genannte „Potenzialgebiete“ identifiziert, visualisiert und im Mai 2021 veröffentlicht.

In diesen Gebieten befinden sich Adressen mit einer perspektivischen Versorgung von weniger als 100 Mbit/s bzw. 400 Mbit/s, für die insbesondere eine Forcierung des eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbaus anzustreben ist. Nachfolgende Karte zeigt diese Gebiete (rot <100 Mbit/s, blau <400 Mbit/s).

Karte: Open Steetmap contributors, Gebietsauswahl: Gigabit.NRW

In Gesprächen mit Netzbetreibern und Verbänden wurden folgende Kriterien/Parameter abgestimmt, die allesamt erfüllt sein müssen, damit eine Adressgruppe als Potenzialgebiet ausgewiesen werden kann:

  • Maximale Entfernung (Luftlinie) zwischen den Adressen: 100m
  • Mindestanzahl von Adressen pro Cluster: 200 Adressen
  • Mindestanzahl von Haushalten pro Cluster: 300 Haushalte

Bisherige Fördergebiete mit finalem Förderbescheid sind ausgeschlossen. Nicht alle Adressen innerhalb der ausgewiesenen Flächen sind unterversorgt. Innerhalb der Flächen wurde ein Potenzialgebiet gemäß den oben ausgewiesenen Parametern identifiziert.

Das Kompetenzzentrum Gigabit.NRW (früher Breitband.NRW) ist Teil der Maßnahmen des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein zur Unterstützung des Gigabitausbaus in NRW. Es wird seit Februar 2016 von der PricewaterhouseCoopers GmbH betrieben.

Stabübergabe beim Aufsichtsratsvorsitz: Marco Voge folgt auf Dr. Karl Schneider

Nach fast genau 13 Jahren übergibt Landrat Dr. Karl Schneider (Hochsauerlandkreis) den Aufsichtsratsvorsitz der kreiseigenen TeleKommunikationsGesellschaft Südwestfalen mbH (TKG) an seinen Amtskollegen Marco Voge (Märkischer Kreis). Voge wurde bei der Hybrid-Sitzung des Aufsichtsrates am Donnerstag, 29. April, im Kreishaus Meschede zum Nachfolger gewählt. Dr. Schneider wird dem Aufsichtsrat weiterhin als Mitglied angehören.

HSK-Landrat Dr. Karl Schneider (2.v.l.) gratuliert MK-Landrat Marco Voge zu seiner Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden der TKG. Die Geschäftsführer Stefan Glusa und Michael Stratmann freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Voge. (Foto: Pressestelle HSK)

Landrat Voge dankte Dr. Schneider auch im Namen der Geschäftsführung für sein Engagement für die Gesellschaft: „Die TKG hat durch deine vielfältige politische und kaufmännische Erfahrung profitiert, von der Erarbeitung des Gesellschaftsvertrages bis zur Neuausrichtung hin zum Glasfaser-Ausbau.“ Marco Voge freut sich auf die neue Aufgabe: „Es liegen weiterhin große Herausforderungen in Bezug auf die digitale Infrastruktur und den Mobilfunkausbau vor uns. Diese gehen wir in Südwestfalen mit der TKG gemeinsam an. Für uns als starker Wirtschaftsstandort und lebenswerte Regionen müssen diese Themen weiter ganz oben auf der Agenda stehen.“

Die TKG wurde im April 2008 vom Hochsauerlandkreis gegründet und Landrat Dr. Karl Schneider am 8. Mai 2008 erstmals zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Die südwestfälischen Nachbarkreise traten nach und nach bei (2011 Kreis Olpe, 2012 Kreis Soest und Kreis Siegen-Wittgenstein sowie 2013 der Märkische Kreis) und bereits zum 1. Januar 2011 firmierte die kommunale TK-Infrastrukturgesellschaft als TKG Südwestfalen.

2008 begann die TKG mit dem Schließen weißer Flecken, zunächst durch den Aufbau eines kreisweiten Richtfunknetzes, das im Dezember 2015 verkauft wurde. Im Jahr 2019 erfolgte eine strategische Neuausrichtung zum gemeinsamen Handeln aller fünf südwestfälischen Kreise beim Breitbandausbau. Seitdem konnte, mit Unterstützung der Breitband-und Gigabitkoordinatoren der Kreise, insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln von Bund, Land und EU für den Glasfaser-Ausbau in die Region geholt werden.

Tagung zur Mobilfunkversorgung in ländlichen Räumen

Das Zentrum für ländliche Entwicklung (ZeLE) NRW veranstaltet in Zusammenarbeit mit der FH Südwestfalen, den Münsterlandkreisen und der Stadt Münster am 13. April 2021 die Tagung „Gut vernetzt?! – Mobilfunkversorgung in ländlichen Räumen“.

Die Gründe für die lückenhafte Mobilfunkversorgung sind vielfältig. Die FH Südwestfalen sowie die Münsterlandkreise und die Stadt Münster haben dies zum Anlass genommen, die Mobilfunkversorgung im Münsterland im Rahmen von Modellprojekten zu analysieren und konkrete Handlungsempfehlungen für die Verbesserung der Versorgungssituation auf regionaler Ebene zu erarbeiten.

Bei der Veranstaltung werden die Projektergebnisse, aber auch gute Beispiele zum Thema vorgestellt und diskutiert. Unter anderem wird die TeleKommunikationsGesellschaft Südwestfalen über die Mobilfunk-Koordination in Südwestfalen berichten. Zudem wird Einblick in die Entwicklungen im Bereich Mobilfunk auf Landes- und Bundesebene gegeben.

Die Digitalkonferenz richtet sich an alle, die sich für innovative Projekte und Handlungsansätze zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung in ländlichen Räumen in NRW interessieren.

Die Einladung mit vollständigem Programm finden Sie hier.

Die Teilnahme an der Online-Tagung ist kostenlos. Verbindliche Anmeldung bis zum 08.4.2021 per E-Mail an das ZeLE. Die Konferenz wird mit dem Videokonferenzsystem ZOOM übertragen. Nach der Anmeldung erhalten Sie einige Tage vor der Veranstaltung einen Link mit den technischen Daten (Meeting ID).

IHK Podcast: Digitale Infrastruktur in Südwestfalen

Um die digitale Infrastruktur in Südwestfalen geht es im neuen Podcast der IHK Siegen. Reinhören lohnt sich.

Thema in Folge 8 ist die digitale Infrastruktur in Südwestfalen. Die Wichtigkeit der Digitalisierung wurde uns nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie noch einmal verdeutlicht. Noch immer haben einige Regionen in Südwestfalen kein schnelles Internet oder einen guten Mobilfunkempfang. Doch gerade jetzt, wo Zoom-Konferenzen, Skype-Calls und Home-Schooling zum Alltag gehören ist ein flächenmäßiger Ausbau der digitalen Infrastruktur das A und O.

Im Interview mit Chantal Kleinschmidt erklärt Stefan Glusa, Geschäftsführer der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen aus Meschede, die wesentlichen Probleme der Region, was sein Unternehmen für eine gute Breitbandanbindung unternimmt und welche Konsequenzen er aus der Corona-Pandemie zieht.

Seit Jahresbeginn 2021 gibt es die kostenlose Podcast-Reihe der Industrie- und Handelskammer Siegen. Unter dem Titel: „Kammer mal hören – nachgehakt, nachgefragt“ sprechen Chantal Kleinschmidt und Dr. Christine Tretow mit Akteuren aus heimischer Industrie, Dienstleistung und Handel über aktuelle Wirtschaftsthemen für und aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe.

Alle Folgen gibt es auf den Plattformen Soundcloud, Spotify, I-Tunes, Deezer und auf der Webseite der IHK Siegen. Neue Folgen erscheinen jeden Mittwochmittag.