Unitymedia investiert im Kreis Olpe

Nach anhaltenden Bürgerprotesten will der Kabelnetzbetreiber Unitymedia rund 750.000 Euro ins Kabelnetz im Kreis Olpe investieren und das Netz modernisieren. Ziel ist, die in den vergangenen Monaten aufgetretenen Störungen zu beseitigen. Im WDR Interview hat die TKG in der Lokalzeit Südwestfalen vom 7. August 2017 Hintergründe zu den Maßnahmen kurz erläutert.

TKG-Geschäftsführer Stefan Glusa erläutert Node-Splits in HFC-Netzen. Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Breitband.NRW. Foto: WDR/TKG

Kurzfristig von Unitymedia durchgeführte Arbeiten haben bereits in Teilen zu Verbesserungen geführt. Allerdings bereiten weiterhin u.a. schwierig zu lokalisierende Einstrahlungen und alte NE4-Installationen im Haus Probleme. Auch benötigen die erforderlichen Tiefbauarbeiten und Genehmigungsverfahren, trotz weitreichender Unterstützung aus den Behörden ihre Zeit. Im August soll ein Node-Split in Olpe erfolgen, im September in Wenden und Ende des Jahres dann in Lennestadt.

Wissenswerte Hintergrundinformationen zur Funktionsweise eines Breitband-Kabelnetzes können Sie in einem Leitfaden zu Breitbandtechnologien und Ausbauszenarien von Breitband.NRW in Kapitel III.2, Seite 10ff. und im Anhang 2 HFC – Hybrid Fibre Coax ab Seite 31 nachlesen.

Insbesondere die Westfalenpost und WDR Lokalzeit berichteten in den letzten Wochen ausführlich über das Geschehen:

https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/nach-kritik-stellungnahme-von-unitymedia-id211343971.html

https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/unitymedia-reagiert-mit-gross-investition-im-kreis-olpe-id210976651.html

http://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/unitymedia-stoerungen-kreis-olpe-100.html

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-suedwestfalen/video-schlechtes-internet-in-lennestadt-100.html

Advertisements

Michael Stratmann wechselt in die Geschäftsführung

Zum 1. August 2017 wird Michael Stratmann neuer nebenamtlicher Geschäftsführer der TeleKommunikationsGesellschaft Südwestfalen mbH (TKG). In der letzten Aufsichtsratssitzung und Gesellschafterversammlung wurde der 42jährige aus Meschede-Wallen einstimmig gewählt. Der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt folgt auf Dr. Klaus Drathen, der als Kreisdirektor des Hochsauerlandkreises das Amt seit 2012 mit bekleidet hatte. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Dr. Karl Schneider, dankte Herrn Dr. Drathen für seine langjährige Tätigkeit bei der TKG.

Folgt als nebenamtlicher TKG-Geschäftsführer auf Dr. Klaus Drathen: Michael Stratmann (l.) (Foto: TKG-SWF)

Unverändert verantwortet Stefan Glusa als hauptamtlicher Geschäftsführer das operative Geschäft. „Ich freue mich sehr, dass wir die zweite Geschäftsführerposition aus den eigenen Reihen besetzen konnten, denn Michael Stratmann war bereits erfolgreich als Prokurist der TKG tätig. Damit stellen wir die Kontinuität und Fachkunde unserer Arbeit für die fünf südwestfälischen Kreise unbürokratisch sicher“, so Glusa.

Für die TKG gibt es derzeit viel zu tun: Insgesamt sollen in den nächsten Jahren über 100 Mio. Euro Fördermittel in den unterversorgten Ortschaften und Gewerbegebieten in Südwestfalen investiert werden. Damit dies reibungslos geschehen kann, übernehmen fünf Breitbandkoordinatoren der Kreise und die TKG gemeinsam Schnittstellenfunktionen zwischen Verwaltungen, Netzbetreibern, Bürgern und Unternehmen sowie den Bewilligungsbehörden der Landes- und Bundesministerien. 

 

Die TKG-Geschäftsführer Stefan Glusa und Michael Stratmann mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Dr. Karl Schneider und Kreisdirektor Dr. Klaus Drathen (Foto: TKG-SWF)

Die TKG mit Sitz in Meschede arbeitet seit dem Jahr 2008 an einer nachhaltigen Verbesserung und Weiterentwicklung der Telekommunikationsinfrastruktur im Hochsauerlandkreis, im Kreis Olpe, im Kreis Soest im Kreis Siegen-Wittgenstein und im Märkischen Kreis für den Erhalt und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Region. Die Tätigkeiten reichen von Netzplanung, Beratung, Förderung und Finanzierung, bis hin zum Bau von Telekommunikationslösungen für gehobene Anforderungen an Qualität und Bandbreite, inklusive geeigneter Betriebskonzepte.
Die Arbeit der kommunalen Gesellschaft ist grundsätzlich anbieter- und technologieneutral und will für die Region Südwestfalen langfristige und marktkonforme Beiträge leisten, um die Ziele einer flächendeckenden Versorgung mit hochleistungsfähigen Telekommunikationsnetzen für die Gigabit-Gesellschaft bis 2025 zu erreichen.

 

Endgültiger Förderbescheid für Kreis Olpe

Sichtlich erleichtert nahm Olpes Kreisdirektor Theo Melcher den endgültigen Förderbescheid aus Berlin für den flächendeckenden Breitbandausbau in dem Projekt-/Ausbaugebiet im Kreis Olpe in Empfang. Damit ist der Kreis Olpe der erste Kreis in Nordrhein-Westfalen der einen solchen Bescheid erhält, nachdem er der auch der erste südwestfälische Kreis war, der einen Förderantrag vorläufig bewilligt bekommen hatte (wir berichteten). Mittlerweile haben alle fünf südwestfälischen Kreise erfolgreiche Förderanträge gestellt.

Der Breitbandkoordinator des Kreises Olpe, Martin Dornseifer (rechts) und die Abgeordnete Petra Crone, MdB, bei der Bescheidübergabe im April 2016 mit Bundesminister Alexander Dobrindt. Nun liegt der endgültige Bescheid vor und die Bauarbeiten sollen in Kürze beginnen. (Foto: BMVI)

„Jetzt können endlich die Arbeiten losgehen“, so der Kreisdirektor, der sich allerdings auch über das lange Verfahren vom Beginn Ende 2015 bis zum letztlichen Förderbescheid im Juli 2017 enttäuscht zeigte. „Wenn Förderverfahren für solche Infrastrukturvorhaben auf Bundesebene solche Zeiträume benötigen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir mit dem notwendigen Ausbau der Breitbandversorgung nur langsam vorankommen“, so Theo Melcher. Jetzt gelte es jedoch den Blick nach vorn zu richten und als erstes die Verträge mit dem TK-Unternehmen, das in dem aufwendigen Ausschreibungsverfahren das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat, endgültig abzuschließen.

Kreisdirektor Theo Melcher freute sich darüber, dass die Deutsche Telekom mit dem Breitbandausbau aufgrund der Förderung durch Bund und Land nun bald beginnen könne. Nach Unterzeichnung der Verträge soll es nach einer kurzen Planungsphase für die Detailplanungen und nach Einholung sonstiger Genehmigungen, mit dem Breitbandausbau losgehen. Dabei werden die Kabelverzweiger mit Glasfaser angeschlossen und aktiver Technik ausgestattet, damit zukünftig in den Ausbaugebieten eine Bandbreite von 50 Mbit/s und mehr im Download zur Verfügung steht.

Die im Ausbaugebiet liegenden Gewerbe- und Industriegebiete werden direkt mit Glasfaser, Fibre To The Building (FTTB), angeschlossen. „Damit entspricht die zukünftige Gigabit-Anbindung unserer Unternehmen auch deren Innovations- und Leistungsfähigkeit und der Industrie 4.0 steht nichts mehr im Wege“, so Kreisdirektor Melcher.

Zu den Fördergeldern des Bundes in Höhe von knapp 4,5 Mio. € kommen noch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von knapp 3,9 Mio. € hinzu. In ganz Südwestfalen sollen in den nächsten Monaten insgesamt rund 100 Mio. Euro in den Ausbau fließen. 24 Monate ab Auftragserteilung wird der Breitbandausbau insgesamt dauern. Die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH hatte die Kreise im Rahmen der Antragstellung und Ausschreibungsverfahren beraten und begleitet.

Die TKG auf der CeBIT 2017

Vorträge auf dem NRW-Gemeinschaftsstand
Die CeBIT, weltweit wichtigste Messe der digitalen Wirtschaft, findet vom 20. bis 24. März 2017 auf dem Messegelände in Hannover statt. Südwestfalen wird sich dort in diesem Jahr einem internationalen Fachpublikum als Best-Practice Region für den Breitbandausbau präsentieren. Dazu bietet die kommunale Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen der fünf südwestfälsichen Kreise, am Mittwoch, den 22. März auf der Bühne des Landesgemeinschaftsstandes Nordrhein-Westfalen in Halle 6, Stand E29/C30, jeweils um 10:00 Uhr und um 14:30 Uhr interessante Vorträge und Panel-Diskussionsrunden zu den Themen Breitbandkoordinatoren, Gigabitstrategie, Fördermittel und flächendeckende Glasfasernetze an.

Kommen Sie vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

Breitbandgipfel CeBIT 2017
Außerdem bringt die Deutsche Breitbandinitiative bereits am Eröffnungstag der Messe (20. März) einflussreiche Branchenakteure auf der CeBIT beim Breitbandgipfel zusammen. Unter dem Motto „Erfolgsfaktor Gigabit-Netze – Mittelstandsförderung durch Breitbandausbau“ beschäftigen sich zahlreiche Fachvorträge und Paneldiskussionen mit der Notwendigkeit digitaler Infrastrukturen. (Halle 7, Stand D68, 14:00 bis 16:30 Uhr).

Kostenloses Fachbesucherticket anfordern
Als TKG laden wir unsere Kreistagsmitglieder, Gremienvertreter aus Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat, sowie den Verwaltungen aus dem Hochsauerlandkreis, Kreis Olpe, Kreis Soest, Kreis Siegen-Wittgenstein oder dem Märkischen Kreis wie in jedem Jahr wieder herzlich ein, die CeBIT als wichtigstes Event für die Digitalisierung der Wirtschaft und des öffentlichen Sektors zu besuchen. Nutzen Sie die CeBIT 2017 in Hannover zum Knüpfen wertvoller Kontakte und zum gezielten Wissenstransfer .

Ihr persönliches Fachbesucher-Ticket senden wir Ihnen auf Anfrage gerne kostenlos zu. Bitte füllen Sie dazu einfach das nachfolgende Formular aus.

Regionales Breitbandgespräch in Südwestfalen

Beim „Regionalen Breitbandgespräch Südwestfalen“ am Freitag, 3. Februar 2017 in Soest, hat sich NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin mit den Landräten Eva Irrgang (Soest), Andreas Müller (Siegen-Wittgenstein), Dr. Karl Schneider (Hochsauerlandkreis), Bürgermeistern, Breitbandkoordinatoren und anderen kommunalen Entscheidungsträgern in Südwestfalen, getroffen.

img_0398
Minister Duin begrüßt die Teilnehmer beim Breitbandgespräch Südwestfalen. (Foto: TKG-SWF)

Vor sechs Monaten hatte Minister Duin die Gigabit-Strategie des Landes für den Breitbandausbau vorgestellt und am 23. Januar 2017 mit Vertretern von Telekommunikationsunternehmen, Branchen- und kommunalen Spitzenverbänden in Düsseldorf das „Aktionsbündnis Gigabit“ gegründet.

Der Minister verwies auf die Bedeutung der digitalen Transformation für die Wettbewerbsfähigkeit der südwestfälischen Wirtschaft und die Lebensqualität in ländlichen Regionen und hob die Bedeutung eines schnelleren Ausbaus hervor.

Er betonte die Notwendigkeit, bis zum Jahr 2026 gigabitfähige Anschlussnetze flächendeckend auszurollen und tauschte sich mit den Verantwortlichen in Südwestfalen über die Digitalisierung und den Ausbau der Telekommunikationsnetze vor Ort aus. Duin begrüßte die Aktivitäten der Gemeinden, insbesondere die Beantragung von Fördermitteln aus den Bundes- und Landesförderprogrammen, die in naher Zukunft zu einer deutlichen Verbesserung führen werden.

regionales_breitbandgespraech_suedwestfalen

Darüber hinaus bot das regionale Breitbandgespräch eine Plattform, auf der die kommunalen Entscheider mit den Breitbandkoordinatoren der südwestfälischen Kreise, der kreiseigenen Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen, Breitband.NRW und dem Minister über Ausbaustrategien und Umsetzung sprechen konnten.

Eingeladen waren politische Entscheidungsträger aus den Städten und Gemeinden der Kreise Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, sowie Unna und des Ennepe-Ruhr-Kreises. Bei den Regionalen Breitbandgesprächen handelt sich um eine Veranstaltungsreihe, die auf Initiative des Ministers in verschiedenen Regionen in NRW durchgeführt werden. Minister Duin möchte hierdurch persönlich über die Gigabit-Strategie, sowie Fördermöglichkeiten des Landes und Bundes informieren.

Breitbandkoordinatoren mit 450.000 Euro gefördert

Das Land NRW fördert die Arbeit der südwestfälischen Breitbandkoordinatoren für schnelle Breitbandverbindungen und will Kreise und kreisfreie Städte bei der Planung und Koordination unterstützen.

Dazu hat Wirtschaftsminister Garrelt Duin am 30.09.2016 den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein, und Soest als erste von bislang 13 Kreisen und kreisfreien Städten, die Zuwendungsbescheide für die Arbeit der Breitbandkoordinatoren übergeben. Der Hochsauerlandkreis und der Märkische Kreis haben die Mittel ebenfalls bereits beantragt und werden die Bescheide in Kürze erhalten.

NRW Wirtschaftsminister Garrelt Duin überreicht Bewilligungsbescheide zum Breitbandausbau an Vertreter des Kreises Soest in Düsseldorf am Freitag, 30. September 2016.
NRW Wirtschaftsminister Garrelt Duin überreicht Bewilligungsbescheide zum Breitbandausbau. (Foto: MWEIMH)

Das Land unterstützt die Kommunen in den nächsten drei Jahren bei der Koordination und Planung ihrer Netzausbauaktivitäten mit jeweils 150.000 Euro. Nach den guten Erfahrungen mit der Arbeitsweise der Projektleiter ihrer kreiseigenen Telekommunikationsgesellschaft, hatten sich alle südwestfälischen Kreise  dafür entschieden, Breitbandkoordinatoren einzustellen, damit die Versorgung mit schnellem Internet aus einer Hand organisiert werden kann.

„Ein zentraler Ansprechpartner im Kreis oder in der Stadt ist aus Sicht des Landes für ein planvolles Vorgehen beim Netzausbau unverzichtbar. Es kommt auf die lokalen Akteure an, wenn es darum geht, den Breitbandausbau voranzutreiben und dafür die Fördermittel aus Bund und Land optimal zu nutzen“, sagte Wirtschaftsminister Duin bei der Übergabe der Bescheide.

Der Einsatz eines Breitbandkoordinators macht es für die Kommunen einfacher, Fördermittel aus den verschiedenen Fördertöpfen zu erhalten, um dann konkrete Ausbauprojekte zu finanzieren. Akteure, die die Bedingungen und den Bedarf vor Ort kennen und die lokalen Möglichkeiten einschätzen können, sollen den Netzausbau überall dort vorantreiben, wo ein Ausbau für die Telekommunikationsunternehmen wegen zu geringer Renditeaussichten unattraktiv ist. Mit der Übergabe der ersten Bescheide für Breitband-Koordinatoren kommt das Land seiner Ankündigung nach, die Kreise und kreisfreien Städte bei der Umsetzung der notwendigen Ausbauvorhaben auch mit Fördermitteln tatkräftig zu unterstützen.

Neben den Kreisen aus Südwestfalen erhielten auch die Städteregion Aachen, die Stadt Bielefeld, der Kreis Borken, die Stadt Dortmund, die Stadt Hamm und die Kreise Euskirchen, Höxter, Kleve, Oberberg und Steinfurt Förderbescheide.

Weitere Infos:

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-olpe-wenden-und-drolshagen/150-000-euro-fuer-versorgung-mit-schnellem-internet-aimp-id12242337.html

http://www.kreis-soest.de/pressemitteilungen/presseservice/945113.php

Kreis Olpe ernennt offiziellen Breitbandkoordinator

Vergabeverfahren für flächendeckenden Breitbandausbau im Kreis Olpe läuft planmäßig

Flächendeckendes Internet mit mindestens 50 Mbit/s – diesem Ziel ist der Kreis Olpe nun einen weiteren Schritt näher gekommen: Mehrere Bieter wollen ein Angebot für den Breitbandausbau in den bisher unterversorgten Gebieten im Kreis Olpe abgeben. Dies ist das Ergebnis eines europaweiten Teilnahmewettbewerbes, den der Kreis Olpe kürzlich ausgeschrieben hatte (wir berichteten). Im nächsten Schritt geht es nun darum, die technischen Leistungsanforderungen genau festzulegen und mit den Bietern in ein Verhandlungsverfahren einzusteigen.

„Dabei soll eine möglichst optimale Anbindung der bisher schlecht versorgten Gebiete im Kreis Olpe herauskommen“, erläutert Martin Dornseifer, der seit Kurzem die Aufgaben des Breitbandkoordinators beim Kreis Olpe offiziell wahrnimmt. Er kennt die Breitbandversorgung im Kreisgebiet genau und weiß, wo dringend etwas in Sachen Breitbandausbau getan werden muss. Dazu ist er im ständigen Gespräch mit den Kommunen und den Netzbetreibern, vermittelt die notwendigen Kontakte und arbeitet an Konzepten für die zukünftige Versorgung mit. „Eine spannende, aber auch herausfordernde Aufgabe“, so Martin Dornseifer, der bereits auf jahrelange Erfahrung als Projektmanager bei der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH zurückblicken kann. „Aufgrund der äußerst komplexen Vorgaben im Vergabe- und Zuwendungsrecht wird es Frühjahr 2017 werden, bis wir tatsächlich einen Auftrag erteilen können“, erläutert Martin Dornseifer weiter. Ziel ist es, spätestens im Jahr 2019 mit dem Ausbau fertig zu sein und flächendeckend schnelles Internet bereitzustellen.

Breitbandkoordinator Martin Dornseifer (rechts) erläutert Landrat Frank Beckehoff die nächsten Planungsschritte. (Foto:Kreis Olpe)
Breitbandkoordinator Martin Dornseifer (rechts) erläutert Landrat Frank Beckehoff die nächsten Planungsschritte. (Foto: Kreis Olpe)

Bereits Anfang des Jahres hatte der Kreis Olpe in enger Abstimmung mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden einen Förderantrag zur Unterstützung des Breitbandausbaus gestellt, da ein eigenwirtschaftlicher Ausbau der Netzbetreiber in vielen Bereichen des Kreises Olpe nicht in Aussicht steht. Als einer der ersten Kreise in Nordrhein-Westfalen erhielt der Kreis Olpe Ende April 2016 eine Förderzusage des Bundes über rd. 5,1 Mio. Euro (wir berichteten). Inzwischen hat auch das Land NRW grünes Licht für das weitere Verfahren gegeben und außerdem noch eine finanzielle Unterstützung für die Einrichtung der Stelle des Breitbandkoordinators bewilligt.

Darüber freut sich auch Landrat Frank Beckehoff: „Eine gute Breitbandversorgung ist ein ganz entscheidender Standortfaktor. Zusammen mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden arbeiten wir seit Jahren intensiv daran, hier eine Verbesserung für unsere Region zu erreichen. Endlich fließen nun auch Fördergelder von Bund und Land.“ Dabei sei die Zielvorgabe von 50 Mbit/s sicherlich nur ein weiterer Zwischenschritt. Ziel müsse es sein, langfristig eine Glasfaseranbindung für Betriebe und Haushalte herzustellen. „Nur dann sind wir zukunftssicher aufgestellt und können die guten Lebensbedingungen im Kreis Olpe sichern und ausbauen“, so der Landrat.

Planmäßige Wartungsarbeiten mit Ausfällen im Kabelnetz

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia wird in der Zeit vom 17. August 2016, 07:30 Uhr bis zum 18. August 2016, 18:00 Uhr dringende Wartungsarbeiten an seinem Netz in Teilen des Märkischen Kreises und des Kreises Olpe durchführen. In diesem Zeitraum kann es in Attendorn, Wenden, Altena, Halver, Iserlohn, Lüdenscheid und Nachrodt-Wiblingwerde zu kurzen Unterbrechungen aller Dienste kommen. Im Fall eines Notrufs sollte in dieser Zeit der Mobilfunk genutzt werden.

unitymedia_ausbau_mk

Bei den Arbeiten sollen Glasfaserabschnitte im Bereich einer Umspannanlage freigelegt und gegen neue ausgetauscht werden. Unitymedia wird seine Kunden über diese planmäßigen Wartungsarbeiten vorab per Anschreiben informieren. Um möglichst vielen Kunden in dem genannten Zeitraum trotzdem den Fernsehempfang zu ermöglichen, wird ein TV-Basisprogramm über mobile Satelliteneinheiten eingespielt.

Gemäß der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Unitymedia können solche Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an technischen Anlagen, Leitungen und Netzwerk zur Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der bereitgestellten Produkte durchgeführt werden. Wenn es in diesen Zeiten zu Leistungseinstellungen oder -Beeinträchtigungen im Betrieb kommt, sind die Kunden auch nicht zur Minderung der geschuldeten Vergütung berechtigt, sofern die vereinbarte mittlere Verfügbarkeit des Kabelanschlusses und der TV Produkte eingehalten wird. Diese mittlere Verfügbarkeit liegt in der Regel im Jahresdurchschnitt bei mindestens 97,5 Prozent.

Europaweite Ausschreibung für Breitbandnetz im Kreis Olpe

Am 20.07.2016 startete eine europaweite Ausschreibung des Kreises Olpe für die Bereitstellung eines flächendeckenden Breitbandnetzes sowie Angebot breitbandiger Telekommunikationsdienste in unterversorgten Gebieten des Kreises Olpe unter Gewährung einer Investitionsbeihilfe.

ted_olpe

Der Kreis Olpe hat im Rahmen des Förderprogramms des Bundes „Projektförderung durch Gebietskörperschaften und Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften im Rahmen der Bundesförderung zum Breitbandausbau“ am 28.4.2016 eine vorläufige Förderzusage erhalten (wir berichteten).

In dem Verfahren sollen geeignete Bieter identifiziert werden, die bis Ende 2018 marktübliche Breitbanddienste flächendeckend im Projektgebiet bereitstellen. Die Versorgung muss für einen privaten Endnutzerkreis bei mindestens 50 Mbit/s (Download) möglichst flächendeckend, mindestens jedoch für 95 % der im Versorgungsgebiet liegenden Teilnehmeranschlüsse gewährleisten (mindestens 30 Mbit/s Downstream für die verbleibenden 5 %). Optional kann eine Versorgung in Gewerbegebieten mit mindestens 100 Mbit/s symmetrisch angeboten werden.

Einzelheiten können der Projektbeschreibung entnommen werden, die unter http://www.kreis-olpe.de/breitband heruntergeladen werden kann. Schlusstermin für den Eingang der Angebote ist der 22.08.2016, 12:00 Uhr.

Bergdorf Wildewiese setzt auf Richtfunk

Durch die Eigeninitiative der Dorfgemeinschaft Wildewiese ist schnelles Internet nun auch in dem Sunderner Ortsteil verfügbar. Um nicht länger auf Glasfaserkabel und Gelder aus Förderverfahren warten zu müssen, hatten die Wildewieser selbst eine Lösung gesucht und gefunden: Richtfunk.

Schombergturm
Der Schombergturm (Foto: Stadt Sundern)

Im Frühjahr 2016 hatten sich die Wildewieser zusammengetan und Angebote eingeholt. Nach gut 3 Monaten Planungs- und Bauzeit konnten jetzt die ersten acht Anschlüsse in Betrieb gehen. Realisiert hat die Anbindung der Häuser über eine Richtfunkstrecke und die Zuführung der Bandbreite in den Ort die Firma ProNet Systems aus Sundern.

Von einem alten Liftmast wird das Funksignal im Ort verteilt: „Jeder Teilnehmer hat dazu eine kleine Antenne, mit der das Signal empfangen wird“, erklärt Daniel Wagner von ProNet Systems im Interview. Das Signal selbst kommt aus dem Netz der Unitymedia in Allendorf und wird von dort über Saal nach Wildewiese zum Schomberg geschickt. Da sich viele der Haushalte im Ort beteiligten, wurde der einzelne Anschluss günstiger: Pro Privathaushalt rund 150 Euro. Das gesamte Projekt habe rund 3.000 Euro gekostet.

Weil vorher nur eine Versorgung über LTE mit Volumentarifen vorhanden war, freuen sich die Wildewieser und vor allem das NaturHotel Wildewiese über die Vorteile eines Breitbandzugangs mit bis zu 200 Mbit/s per Funk. „Natürlich stellen wir unseren Gästen seit Jahren kostenlos einen WLAN Zugang zur Verfügung. Aber weder Geschwindigkeit noch Datenvolumen waren nach heutigem Standard ausreichend. Das gehört nun der Vergangenheit an. Endlich können wir unseren Hotel- und Restaurantgästen auch hier einen TOP-Service bieten“, berichtet Marion Steinberg vom NaturHotel Wildewiese.

Das Beispiel Wildewiese zeigt, dass ein Technologie-Mix gerade in den Außenbereichen ein guter Weg für eine schnelle und kostengünstige Versorgung sein kann, so die Einschätzung von Stefan Glusa von der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen. Mit modernen Richtfunktechnologien lassen sich Standorte schnell und kostengünstig vernetzen und hohe Investitionskosten für Kabeltrassen vermeiden. Funknetze und Glasfasernetze ergänzen einander dabei und sind kein Gegensatz: „Wenn die Bereitschaft da ist, und alle heute zur Verfügung stehenden Technologien genutzt werden, können Anbindungen auch für wenige Haushalte wirtschaftlich betrieben werden. Dazu gibt es fähige Unternehmen in der Region, die Umsetzung und Betrieb übernehmen.“ Die Telekommunikationsgesellschaft berät Interessierte seit Jahren anbieter- und technologieneutral zu diesen Themen.

Das einst selbständige Bergdorf Wildewiese an der Sorpequelle ist ein ideales Wander- und Skigebiet ohne Durchgangsverkehr. Es liegt auf der Höhe zum Kreis Olpe mit herrlichem Blick über Lenne- und Sorpetal. Von der Aussichtsplattform des Vodafone-Richtfunkturms auf dem Schomberg bietet sich dem Besucher eine grandiose Aussicht.