Glasfaserausbau im Kreis Soest gestartet

Der geförderte Breitbandausbau im Kreis Soest geht in die operative Phase. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat Landrätin Eva Irrgang am 22. August 2018 um 10 Uhr in Soest-Röllingsen den Startschuss für die zukünftige digitale Entwicklung des Kreises Soest gegeben. „Der Kreis hat eine Mammutaufgabe gestemmt und seine Ziele erreicht. Jetzt sind Kommunen, Unternehmen und Bürger am Zug“, zeigte sich die Chefin der Kreisverwaltung zufrieden mit dem bisherigen Projektverlauf.

Landrätin Eva Irrgang und Bernd Böddeling, Bereichsvorstand Kommunen und Beteiligungen innogy SE, feierten zusammen mit Bürgermeistern, kommunalen Vertretern, Politikern und Repräsentanten verschiedener Unternehmen den symbolischen ersten Spatenstich für den Breitbandausbau im Kreis Soest. Mit dabei waren auch Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Arnsberg, Bundestagsabgeordneter Hans-Jürgen Thies, sowie die beiden Landtagsabgeordneten Heinrich Frieling und Jörg Blöming.

Landrätin Eva Irrgang, Breitbandkoordinator Christoph Hellmann sowie Bernd Böddeling, Bereichsvorstand Kommunen und Beteiligungen der innogy SE und dessen Projektleiter Heiko Grebe stellten den geladenen Gästen vor Ort die konkreten Ausbaupläne vor. 10.071 Haushalte im Kreis Soest sollen mit zukunftssicherer Glasfasertechnologie bis an das Haus (FTTB – Fiber to the Building) versorgt werden. Der Kreis Soest setzte damit als erster Kreis bundesweit auf diese zukunftsfähige Glasfaser-Technologie.
Landrätin Eva Irrgang zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Projektverlauf und nahm gleichzeitig Kommunen, Bürger und Telekommunikationsunternehmen in die Pflicht: „Der Kreis hat eine Mammutaufgabe gestemmt und seine Ziele erreicht. Nachdem wir von den Kommunen die Aufgabe übertragen bekommen haben, die Breitbandversorgung zu verbessern, hat der Kreis Soest erfolgreich den gemeinsamen Förderantrag gestellt, die Fördermittel von Bund und Land akquiriert und in einer europaweiten Ausschreibung mit der innogy TelNet GmbH ein Unternehmen gefunden, das in unseren unterversorgten Gebieten ein leistungsfähiges Netz aufbaut und betreibt. Die konkrete Umsetzung findet jetzt in den Kommunen statt, mit denen der Bauherr innogy nun den Ausbau gemäß den Bedürfnissen vor Ort weiter vorantreibt. Außerdem sind jetzt weitere Telekommunikationsunternehmen gefragt, Glasfaser-Internetprodukte über dieses Netz zu vertreiben, damit Endkunden zwischen verschiedenen Anbietern wählen können. Und natürlich hoffe ich, dass nun auch möglichst viele Bürgerinnen und Bürger die Chance nutzen und sich für einen zukunftsfähigen Glasfaser-Hausanschluss entscheiden.“

Landrätin Eva Irrgang (vorne Mitte) und Bernd Böddeling (9. v. l.), Bereichsvorstand Kommunen und Beteiligungen innogy SE, feierten zusammen mit Bürgermeistern, kommunalen Vertretern, Politikern und Repräsentanten verschiedener Unternehmen den symbolischen ersten Spatenstich für den Breitbandausbau im Kreis Soest. Mit dabei waren auch Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Arnsberg, Bundestagsabgeordneter Hans-Jürgen Thies, sowie die beiden Landtagsabgeordneten Heinrich Frieling und Jörg Blöming. (Foto: TKG-SWF)

Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2020 abgeschlossen sein. 96 Prozent der Haushalte im Kreis Soest haben dann eine Anschlussqualität von mindestens 50 Mbit/s im Download, 12 Prozent davon mit Glasfaser bis zum eigenen Keller. Für die übrigen vier Prozent zeigte sich Christoph Hellmann, Breitbandkoordinator beim Kreis, optimistisch: „Wir verfolgen aktuell zwei Ansätze – den privatwirtschaftlichen Ausbau und den geförderten Ausbau. Mit dem geförderten Ausbau durch innogy rücken besonders abseits gelegene Haushalte näher an Glasfaserkabel heran. Für innogy und andere Telekommunikationsunternehmen steigen damit die Anreize, auch diese anzubinden. Außerdem hat die Bundespolitik erkannt, dass den Menschen das Thema unter den Nägeln brennt und hat deshalb weitere Förderprogramme mit deutlich schnelleren Antragsverfahren auf den Weg gebracht. Die dafür notwendige Markterkundung haben wir für den ganzen Kreis Soest schon angestoßen. Nach der Datenauswertung werden wir das Ergebnis den Kommunen vorstellen und gehen davon aus, dass wir uns anschließend wieder mit einem gemeinsamen kreisweiten Antrag am Förderverfahren beteiligen.“

„Mit der modernen Informationsgesellschaft wird breitbandiges Internet immer wichtiger. Auch um webbasierte Services und Anwendungen nutzen zu können, braucht es leistungsstarke und zuverlässige Verbindungen“, sagte innogy-Bereichsvorstand Bernd Böddeling und ergänzte: „Der Breitbandausbau im Kreis Soest ist ein wichtiges Projekt für uns und die Region. Rund 625 Kilometer neue Glasfaser-Verbindungen werden in den kommenden Monaten in die Erde gebracht. Das entspricht in etwa der Strecke von Soest bis Prag.“

Der Bund fördert die Investition mit rund 10,3 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen finanziert weitere 9,5 Millionen Euro und den Rest von rund 800.000 Euro steuern die Kommunen als Eigenanteil zum Ausbau bei. Bürgerinnen und Bürger mit Fragen zum Thema Breitbandausbau werden gebeten, sich zunächst auf der Seite www.kreis-soest.de/breitband zu informieren. Der Kreis aktualisiert hier laufend eine FAQ-Liste mit den momentan wichtigsten Fragen und Antworten. Zur Förderung steht Breitbandkoordinator Christoph Hellmann unter der Mail-Adresse christoph.hellmann@kreis-soest.de Rede und Antwort.

Innogy TelNet gewinnt Glasfaser-Ausschreibung im Kreis Soest

Wie der Kreis Soest am 15. Juni 2018 bekannt gibt, hat die Essener innogy TelNet GmbH den Zuschlag für FTTB-Glasfaser-Ausbau im Landkreis erhalten.
„Wir sind stolz darauf, uns als erster Kreis in Nordrhein-Westfalen mit einem zukunftsfähigen Antrag durchgesetzt zu haben, der auf Glasfaser durchgängig bis in jedes Haus, also auf die so genannte FTTB-Technologie setzt“, betont Landrätin Eva Irrgang. „Froh sind wir darüber, dass wir mit der innogy TelNet GmbH einen verlässlichen Partner gefunden haben, der sich in der Region auskennt.“
„FTTB-Glasfasernetze sind trotz höherer Baukosten langfristig die leistungsfähigste, langlebigste und volkswirtschaftlich vernünftigste Variante eines nachhaltigen Internet-Ausbaus, weiß Wirtschaftsförderer Volker Ruff. Breitbandkoordinator Christoph Hellmann verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass es insgesamt erst fünf endgültige Bewilligungen NRW-weit gibt: „Wir sind dabei. Auf diesen Moment habe ich lange hin gearbeitet.“

Der Kreis Soest hat von Anfang an auf Glasfaser gesetzt, um unterversorgte Gewerbe- und Ortslagen an schnelles Internet anzubinden. Die interaktive Karte zeigt die geförderten Ausbaugebiete.

Der Breitbandkoordinator kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. 10.071 Haushalte in 110 unterversorgten und deshalb förderfähigen Gebiete erhalten FTTB und können bald Gigabyte-Anschlüsse bestellen. Dazu sind auf einer Strecke von 274 Kilometern außerorts und von 211 Kilometern innerorts Tiefbauarbeiten vonnöten. 140 Kilometer Bestandsnetz werden eingebunden. Insgesamt 625 Kilometer Leerrohre und Glasfaserkabel werden verlegt. Sieben neue POP-Standorte (Knotenpunkte für das Glasfasernetz) und drei überregionale Anschlüsse sind vorgesehen. Aktuell verfügen kreisweit 80,4 Prozent der Haushalte über eine Anschlussqualität von größer als 50 Mbit/s im Download. Mit dem geförderten Ausbau steigt diese Quote auf über 96 Prozent. Davon haben dann 12 Prozent Glasfaser bis zum eigenen Keller. Der Kreis Soest erhält für den Breitbandausbau vom Bund durch die erfolgreiche Ausschreibung rund 10,3 Millionen Euro und vom Land weitere 9,5 Millionen Euro. Die Kommunen steuern zusammen dann nur noch rund 800.000 Euro als Eigenanteil zum Ausbau bei.

Die offizielle Vertragsunterzeichnung fand am Dienstag, 3. Juli 2018, im Kreishaus in Soest statt.

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Kreisdirektor Dirk Lönnecke, Landrätin Eva Irrgang und Carsten Lagemann, Geschäftsführer der innogy TelNet GmbH (sitzend v. l.) unterzeichneten den Vertrag über die Zusammenarbeit in Sachen Breitbandausbau. Zeugen waren Dr. Remco van der Velden (Geseke), Sprecher der Bürgermeister in diesem Thema (sitzend r.), und (stehend v. l.) Bürgermeister Hubert Wegener (Ense), Beigeordneter Hubert Betten (Rüthen), Bürgermeister Malte Dahlhoff (Bad Sassendorf), Bürgermeister Matthias Lürbke (Lippetal) sowie Breitbandkoordinator Christoph Hellmann Foto: Wilhelm Müschenborn/ Kreis Soest

 

Alle wichtigen Informationen über den Zeitplan, welches Fördergebiet wann ausgebaut wird, und die Termine von Informationsveranstaltungen sind unter www.kreis-soest.de/breitband und www.innogy-highspeed.com/kreis-soest zu finden. Dort sind in einer Übersichtskarte die Ausbaugebiete des Förderverfahrens mit den jeweiligen Projektständen einsehbar. Durch Adresseneingabe oder mit Hilfe der Zoomfunktion können die Ausbaugebiete detailliert betrachtet werden. Wer seine Adresse in einen Verfügbarkeitscheck eingibt, erfährt mehr über die zu buchenden Produkte und Preise.

 

Die TKG-SWF auf der CEBIT 2018

In diesem Jahr verändert sich die CEBIT. Sie will „die Digitale Transformation neu inszenieren, um Europas Business-Festival für Innovation und Digitalisierung“ zu werden. Erstmals soll ein „Dreiklang aus Messe, Konferenz und Networking-Event einen 360-Grad-Blick auf die Digitalisierung von Unternehmen, Verwaltung und Gesellschaft“ ermöglichen. Darum findet die CEBIT nicht mehr im März, sondern vom 11.-15. Juni 2018 statt.

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Besuchen Sie unsere Vorträge zum Thema „Mit Glasfaser und 5G zur Gigabit-Region Südwestfalen“ am 12. Juni in Halle 14, Stand H44 um 17:00 Uhr und am 13. Juni in Halle 12 Stand B43 um 11:30 Uhr. (Screenshot: Deutsche Messe AG, TKG-SWF)

Die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen bleibt der CEBIT auch in ihrem neuen Gewand treu. In diesem Jahr präsentieren wir Südwestfalen einem internationalen Fachpublikum wieder als engagierte Region für den Gigabit-Ausbau.

Einige Impressionen im Video:


Treffen Sie Vertreter der TKG-SWF am Dienstag, 12.6 in Halle 14, am Stand H44 des Ministeriums für Wirtschaft und Digitalisierung NRW, sowie am 13.6. in Halle 12, Stand B23, auf der Aktionsbühne des Landesgemeinschaftsstandes Nordrhein-Westfalen bei unseren Vorträgen zum Thema „Mit Glasfaser und 5G zur Gigabit-Region Südwestfalen“.
Kommen Sie vorbei, und diskutieren Sie mit uns, welche Herausforderungen die Digitalisierung und der dazu erforderliche Ausbau der Infrastruktur für eine Flächenregion bedeuten. Nutzen Sie die Messe außerdem zum Knüpfen wertvoller Kontakte und zum gezielten Wissenstransfer. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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Die neue CEBIT 2018. (Logo: Deutsche Messe AG)

Außerdem weisen wir auf den diesjährigen Breitbandgipfel der Deutschen Breitbandinitiative hin, der am ersten CEBIT-Tag, 11. Juni von 13.45 – 15.15 Uhr im Convention Center, Raum 3a stattfindet. Die Deutsche Breitbandinitiative ist ein gemeinsames Projekt der Initiative D21, des BITKOM und des BMVI. Die Bundesregierung legt im Koalitionsvertrag höchste Priorität auf den flächendeckenden Ausbau, der bis 2025 erreicht werden soll. Die Chancen für die Gesellschaft und die Wirtschaft kommen jedoch nicht allein durch moderne Breitbandnetze. Es sind die Anwendungen, die Innovationen und Mehrwerte des digitalen Wandels erfahrbar machen. Auf dem Breitbandgipfel werden Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über die geplanten Maßnahmen der neuen Bundesregierung zum Ausbau der digitalen Infrastrukturen und die Relevanz der Anwendungen für die Gigabit-Gesellschaft sprechen.

Weitere Informationen:

https://www.cebit.de/veranstaltung/mit-glasfaser-und-5g-zur-gigabit-region-sudwestfalen/VOR/88538

https://www.cebit.de/veranstaltung/mit-glasfaser-und-5g-zur-gigabit-region-sudwestfalen/VOR/87896

https://initiatived21.de/veranstaltungen/breitbandgipfel-cebit-2018/

Breitbandausbau im Kreis Siegen-Wittgenstein ist gestartet

Mit einem ersten „Spatenstich“ per Saugbagger hat am 18. April 2018 in Freudenberg die Umsetzung des geförderten Breitband-Ausbaus im Kreis Siegen-Wittgenstein begonnen. Ende März waren vom Kreis die Verträge mit innogy TelNet und der Deutschen Telekom, die den Zuschlag im Förderverfahren erhalten hatten, unterzeichnet worden (wir berichteten). Jetzt sind die Bauarbeiten offiziell gestartet.

Landrat Andreas Müller, Bürgermeisterin Nicole Reschke, Vertreter des Ausbau-Partners innogy TelNet GmbH, der Bezirksregierung Arnsberg und dem und dem Projektträger des Bundesförderprogramms ateneKOM GmbH waren dazu in den Freudenberger Stadtteil Hohenhain gekommen.


„Nach gut zwei Jahren Planung, Antragsstellung, Ausschreibung und Abstimmungsgesprächen ist es ein toller Moment, wenn es jetzt endlich losgeht!“, freut sich Landrat Andreas Müller: „Bis Ende Mai 2019 werden wir 98% aller Haushalte in Siegen-Wittgenstein schnelles Internet anbieten können“, so Müller: „Damit werden wir der erste Flächenkreis in Nordrhein-Westfalen sein, der die Bürgerinnern und Bürger mit schnellem Internet versorgt!“

Auch Bürgermeisterin Nicole Reschke freut sich über den Startschuss: „Für Freudenberg ist es sowohl als Wohn- als auch Gewerbe- und Industriestandort unglaublich wichtig, an den schnellen Datenautobahnen angeschlossen zu sein. Unsere Unternehmen, aber auch viele Bürgerinnen und Bürger warten händeringend darauf. Mit dem heutigen Tag ist klar: Das Ziel ist absehbar!“
Innogy wird in Freudenberg ca. 50 km neue Glasfaserkabel verlegen und 45 Telekom- Kabelverzweiger-Schränke anbinden. So können ca. 3.500 unterversorgte Haushalte und Gewerbeadressen an das schnelle Breitbandinternet angeschlossen werden. Die Versorgung der Haushalte erfolgt über die vorhandenen Telekomanschlüsse.

Innogy wird 150 Glaserfaser-Hausanschlüsse verwirklichen – sofern die Grundstückseigentümer dies wünschen. „Hausanschlüsse per Glasfaserkabel ermöglichen Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde. Damit machen wir einen Riesenschritt ins Gigabit-Zeitalter“, so Müller und Reschke. 115 Glasfaseranschlüsse sind in Freudenberg für Schulen und Gewerbegebäude vorgesehen, vor allem in Bereichen der Gewerbegebiete Wilhelmshöhe, Hommeswiese, Alte Eisenstraße, An der Autobahn, Asdorfer Str., sowie an weiteren Adressen.

Baubeginn für 50km Glasfaserkabel, 45 Kabelverzweiger-Kästen, 3.500 Haushalte und Gewerbeadressen im Kreis Siegen-Wittgenstein. (Foto: TKG-SWF)

Die neuen Anschlüsse werden bis Mai 2019 in Betrieb genommen. Innogy investiert in diese Maßnahme rund 4 Millionen Euro. Ein Teil wird vom Kreis über die Fördergelder von Bund und Land abgedeckt, den Löwenanteil finanziert innogy selbst. Das Projekt wird aus der Region heraus geplant und umgesetzt. Das betrifft sowohl das Ing.-Büro Bauer und Gelhausen, Nümbrecht, als auch den Westnetz-Standort in Siegen und den Netzbezirk Betzdorf-Freudenberg. „Viele eigene Mitarbeiter und Monteure werden als Einwohner von Freudenberg selbst auch direkt vom Breitbandausbau profitieren“, freut sich Dr. Catharina Friedrich, Leiterin Westnetz-Regionalzentrum Sieg.

Mit der Deutschen Telekom erfolgte der erste Spatenstich einen Tag darauf, am 19.4. in der Stadt Netphen im Ortsteil Deuz . Zu dem Spatenstich kamen Landrat Andreas Müller, Bürgermeister Paul Wagener, Vertreter des Ausbau-Partners Deutsche Telekom GmbH, der Bezirksregierung Arnsberg und dem Projektträger des Bundesförderprogramms ateneKOM GmbH .

Auch in Netphen geht es los. Erster Spatenstich in Deuz mit Landrat Andreas Müller und Bürgermeister Paul Wagener (vorne 1. und 2. rechts von der Kabeltrommel) sowie u.a. Vertretern der Telekom, der Bezirksregierung und von atene KOM GmbH. (Foto: Manges, Kreis Siegen-Wittgenstein)

Bürgermeister Paul Wagener wies darauf hin, dass Netphen im Rahmen des Förderprogramms „Ländliche Entwicklung“ bereits in der Vergangenheit etliche Stadtteile ans schnelle Internet anschließen konnte. „Es freut mich sehr, dass wir jetzt in Kooperation mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein am Bundesförderverfahren teilgenommen haben und der dringend notwendige flächendeckende Ausbau auch in den Dörfern beginnt, die bisher noch nicht ans Breitbandnetz angeschlossen sind“, so Wagener: „Die hier ansässigen Gewerbebetriebe, oftmals Marktführer in ihren Branchen, warten händeringend auf einen Glasfaserhausanschluss, da die derzeitigen Bandbreiten vielerorts längst nicht mehr ausreichen. Auch für die moderne Bildung an unseren Schulen und Bildungseinrichtungen sind schnelle Breitbandanschlüsse ebenfalls unabdingbar“, so der Bürgermeister.

54 Adressen in Netphen werden im Rahmen des Programms die Möglichkeit erhalten, einen Glasfaserhausanschluss zu erhalten – wenn sie es möchten. Von diesen Anschlüssen werden Unternehmensstandorte in Deuz, Hainchen, Helgersdorf, Salchendorf, Walpersdorf und Werthenbach profitieren. Sie ermöglichen Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1.000 MBit/s. Insgesamt wird die Telekom in Netphen 29 km neue Glasfaserkabel verlegen und 1.994 bisher unterversorgte Haushalte und Gewerbeadressen an das Breitbandnetz anschließen. Die neuen Anschlüsse werden bis Mai 2019 in Betrieb genommen. Die Telekom investiert in ihrem Ausbaugebiet – zu dem auch Teile von Burbach, Neunkirchen, Wilnsdorf und einige Straßenzüge von Siegen zählen – rund 6 Millionen Euro. Ein Teil wird vom Kreis über die Fördergelder von Bund und Land abgedeckt, den Löwenanteil finanziert die Telekom selbst.

In den Netzausbau in Siegen-Wittgenstein werden insgesamt 20,5 Mio. Euro investiert. Der Bund und das Land NRW fördern dies gemeinsam mit 3,6 Mio. Euro. Auf einer Strecke von 230 km werden Tiefbaumaßnahmen vorgenommen, 861 km Glasfaserkabel werden in neuen und vorhandenen Trassen verlegt und 128 Verteiler neu aufgestellt.
Nach Abschluss der Arbeiten werden 10.619 Adressen in Siegen-Wittgenstein erstmals mit schnellem Internet versorgt sein. Hinter einer einzelnen dieser Adressen kann sich ein Unternehmen, ein Ein- oder Mehrfamilienhaus oder auch eine Schule verbergen. 13 Prozent dieser Adressen (1.327) werden Glasfaseranschlüsse bis ins Haus erhalten – vorausgesetzt der Grundstückseigentümer möchte das und lässt die Verlegung zu.

Neue Geschäftsstellen Gigabit.NRW eröffnet

Das Land Nordrhein-Westfalen hat bei seinen fünf Bezirksregierungen neue Geschäftsstellen eingerichtet, die Städte und Kreise beim Ausbau eines flächendeckenden Gigabitnetzes begleiten sollen. Für den Hochsauerlandkreis, die Kreise Olpe, Soest, Siegen-Wittgenstein, den Märkischen Kreis und die Region Südwestfalen ist zukünftig die Geschäftsstelle Gigabit.NRW der Bezirksregierung Arnsberg zuständig.

In jeder Geschäftsstelle werden sich bis zu sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um den Gigabitausbau kümmern. Sie sollen die Arbeit der bisherigen Breitband-Koordinatoren in den Kommunen professionalisieren. Ein besonderer Schwerpunkt wird die Beratung der Schulträger sein. Bereits am vergangenen Dienstag hatte das Kabinett Eckpunkte des neuen GigabitMasterplan.NRW beschlossen, darunter auch, die Kofinanzierung der Förderprogramme von Bund und EU aus dem Landeshaushalt sicherzustellen und die Geschäftsstellen Gigabit.NRW einzurichten.

Übersicht Gigabit-Masterplan NRW (Quelle: MWIDE, Wirtschaft.NRW)

Zu den Eckpunkten des GigabitMasterplan.NRW, der in die Digitalstrategie des Landes eingeht, gehören unter anderem:

  • Ein GigabitGipfel.NRW Anfang Juli 2018 mit den Spitzen der Telekommunikationsunternehmen und Umsetzung eines anschließenden Arbeitsprogramms
  • Aufstockung des Landes-Kompetenzzentrum Gigabit.NRW (vormals Breitband.NRW) mit mehr Servicekapazitäten für Information, Beratung und Vernetzung aller Akteure
  • Netzwerk der kommunalen Breitbandkoordinatoren zu einem landesweiten Netzwerk von Gigabitkoordinatoren weiterentwickeln
  • Aktionspläne für Gewerbegebiete, Schulen, öffentliche Einrichtungen im Austausch mit den Unternehmen bis Ende 2018 für das schnelle Internet bis 2025
  • Sieben Milliarden Euro für die Digitalisierung, davon mindestens fünf Mrd. Euro für den Ausbau gigabitfähiger digitaler Infrastrukturen
  • Fünf Geschäftsstellen Gigabit.NRW sollen die Umsetzung beschleunigen, damit die Kommunen die Mittel zügig in schnelle Anschlüsse umsetzen können
  • Qualitätsmanagement durch den Projektträger Jülich
  • GigabitAtlas.NRW nach einem einheitlichen Standard für eine geodatenbasierte Datenbank mit landesweiten, für den Breitbandausbau relevanten Daten


Minister Pinkwart sagte: „Die Landesregierung will Nordrhein-Westfalen bis 2025 mit flächendeckenden Gigabitnetzen ausstatten. Bei Gewerbegebieten und Schulen soll und wird es deutlich schneller gehen. Dazu muss das Land Handlungsfähigkeit gewinnen. Mit dem Masterplan werden wir für bessere Informationen, kompetente Beratung in den Regionen, schnellere Entscheidungswege und einfachere Verfahren sorgen. So können wir den wirtschaftlich und gesellschaftlich dringend notwendigen Glasfaserausbau beschleunigen. Das ist eine große Aufgabe, die unser Land voranbringen wird.“

Außerdem räumte der Minister ein, dass derzeit nur 83 Prozent aller Haushalte in NRW einen Internet-Anschluss mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde hätten. Die Lücke zu schließen und bis Ende des Jahres hundert Prozent der Haushalte zu erreichen, sei „nicht mehr erreichbar“.

Siehe auch:

https://www1.wdr.de/nachrichten/glasfaser-breitband-pinkwart-100.html

https://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/presse/2018/04/069_18_04_16/index.php

Glasfaser für Gewerbegebiete im Märkischen Kreis

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat am 4. April 2018 einen Zuwendungsbescheid über 4,3 Millionen Euro an den Landrat des Märkischen Kreises, Thomas Gemke, überreicht. Mit der Förderung aus Landesmitteln werden 42 Gewerbegebiete an ein leistungsfähiges Glasfasernetz angeschlossen. Rund 940 Unternehmen in elf Städten und Gemeinden profitieren direkt von den Ausbaumaßnahmen. Damit unterstützt das Land zu 80 Prozent die Anbindung von Gewerbegebieten im Märkischen Kreis ans schnelle Internet. Die restlichen 20 Prozent, etwa 1,1 Millionen Euro, finanziert der Märkische Kreis. „Das ist endlich eine gute Nachricht für unsere Unternehmen, die auf schnelle Internetverbindungen angewiesen sind und lange darauf warten mussten“, so Landrat Gemke.

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart übergab den Förderbescheid an Landrat Thomas Gemke und Breitbandkoordinator Tilo Deckert vom Märkischen Kreis. (Foto: MWIDE NRW/F. Wiedemeier)

Minister Pinkwart: „Schnelles Internet ist die Voraussetzung für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort. Deshalb ist es richtig, dass der Anschluss von Gewerbegebieten an das Glasfasernetz beim Breitbandausbau absolute Priorität hat. Mit dieser Förderung leistet die Landesregierung einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und hilft, den erheblichen Nachholbedarf in diesem Bereich zügig zu decken.“ In Nordrhein-Westfalen liegt ein wesentlicher Schwerpunkt des Breitbandausbaus auf der Versorgung der Gewerbegebiete mit Glasfaseranschlüssen. Insbesondere in den weniger dicht besiedelten Regionen des Landes kann die Breitbandversorgung nicht immer durch die Unternehmen am Markt sichergestellt werden. Um die Standortattraktivität in diesen Gebieten zu erhöhen, stellt die Landesregierung über das Regionale Wirtschaftsförderungsprogramm Mittel für den Breitbandausbau zur Verfügung.

Die Ausbaumaßnahmen umfassen Gewerbegebiete in den Städten Altena, Balve, Herner, Iserlohn, Kierspe, Meinerzhagen, Neuenrade, Plettenberg und Werdohl sowie den Gemeinden Nachrodt-Wiblingwerde und Schalksmühle. Landrat Thomas Gemke nutzte die Übergabe des Förderbescheides aber auch für Kritik an der langen Verfahrensdauer. Allen Beteiligten im Märkischen Kreis – vom Kreistag, den Bürgermeister, der GWS Märkischer Kreis der kreiseigenen TelekommunikationsGesellschaft Südwestfalen (TKG-SWF) sowie der Bezirksregierung – dankte er für deren Unterstützung.

Nur einen Tag später, am 5. April 2018 konnte Landrat Thomas Gemke bereits den Vertrag mit der Deutschen Telekom unterzeichnen, die die europaweite Ausschreibung gewonnen hatte. Die 940 Unternehmen sollen spätestens im Frühjahr 2020 mit einem bis zu 1.000 Mbit/Sekunde schnellen Glasfaseranschluss versorgt sein. Wann welches Gewerbegebiet ans Glasfasernetz angeschlossen wird, erfahren die Tiefbau-Fachleute und Breitbandkoordinatoren aus den kreisangehörigen Städten und Gemeinden noch in diesem Monat. Ende April soll ihnen die Feinplanung bei im Lüdenscheider Kreishaus vorgestellt werden. Fest steht bei der Telekom bisher nur, dass das Kreisgebiet in sechs sogenannte Cluster eingeteilt ist. Beginnen sollen die Bauarbeiten nach den Sommerferien. Bis jedes Gewerbegebiet angeschlossen ist, ist reichlich zu tun. Unter anderem sind 78 Kilometer Gräben zu ziehen, 51 Kilometer Glasfaserleitungen zu verlegen und 208 Kilometer Leerrohre in die Erde zu bringen.

Vertragsunterzeichnung für Glasfaserausbau in Gewerbegebieten: Landrat Thomas Gemke und Reinhard Rohleder, Deutsche Telekom (vorne, v.l.) mit Breitbandkoordinator Tilo Deckert, Kerstin Müller, Deutsche Telekom und Stefan Glusa, TKG-Südwestfalen. (Foto: Klein, MK)

Trotz des engagierten Zeitplans drückt Landrat Thomas Gemke weiter aufs Tempo. „Es dürfte doch wohl inzwischen jedem bekannt sein, dass eine schnelle Internetverbindung für Unternehmen von existenzieller Bedeutung ist. Seit Jahren reden Land und Bund davon, dass die Digitalisierung fortschreitet. Dazu bedarf es aber schneller Internetverbindungen auch in ländlichen Regionen“, so der Landrat. Markterkundung, Interessensbekundungsverfahren, Auswahlverfahren als Entscheidung für Wirtschaftlichkeitslücke, Teilnehmerwettbewerb und Verhandlungsverfahren, zweistufiges europaweites Vergabeverfahren, Bieterauswahl und Vereinbarung zwischen Betreiber und öffentlicher Hand sowie Zustimmung der Bundesnetzagentur – diesen Bürokratie-Moloch verstehe doch niemand mehr.

Gemke: „Der Kreistag hatte die Verwaltung am 19. März 2015 per Beschluss aufgefordert, eine Strategie zur Ausstattung des Märkischen Kreises mit hochwertiger Breitbandinfrastruktur zu erarbeiten. Das war der Startschuss. Bis zur heutigen Vertragsunterzeichnung hat es mehr als drei Jahre gedauert.“ Deshalb die Bitte des Landrates an alle Verantwortlichen auf Europa-, Bundes- und Landesebene: „Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die uns unterstützt haben, dass sie nie aufgegeben haben, einen Ausweg aus dem Labyrinth der Vorschriften zu suchen und zu finden.“ Thomas Gemke: „Meine dringende Bitte an alle Verantwortlichen auf Europa-, Bundes- und Landesebene: Die Verfahren zur Breitbandförderung müssen umgehend überarbeitet und drastisch beschleunigt werden.“

Glasfaser für mehr als 10.000 Haushalte im Kreis Soest

Nach fast zwei Jahren Vorbereitung, befindet sich der Kreis Soest in Sachen Breitbandausbau auf der Zielgeraden. Am Montag, den 26. März 2018 hat Landrätin Eva Irrgang den endgültigen Förderantrag des Kreises für den Breitbandausbau mit Bundesfördermitteln unterzeichnet. Sobald die Genehmigung durch die Fördergeber von Bund und Land vorliegt, sollen 10.071 Haushalte im Kreis Soest mit der zukunftssicheren Glasfasertechnologie bis an das Haus versorgt werden.

Die Glasfaser im Kreis Soest kann kommen. Der endgültige Förderantrag ist unterzeichnet und eingereicht. (Foto: Weinstock/Kreis Soest)

„Das beweist, ländlicher Raum und schnelles Internet müssen kein Widerspruch sein“, freut sich die Landrätin über diesen Erfolg. Im März 2017 hatte der Kreis einen vorläufigen Förderbescheid erhalten (wir berichteten). Förderfähig sind Gebiete mit einer Versorgung von unter 30Mbit/s im Download, in denen kein privatwirtschaftlicher Eigenausbau vorgesehen ist, und die weder im Nahbereich der Hauptverteiler der Telekom noch in einer Einzellage liegen.

Um festzustellen, welche Gebiete im Kreis Soest förderfähig sind, wurde bereits im Februar 2016 ein Markterkundungsverfahren durchgeführt. Dabei haben alle Netzbetreiber ihre aktuelle Breitbandversorgung und ihre geplanten Investitionen für die nächsten drei Jahre gemeldet. Demnach gab es im Kreisgebiet 110 unterversorgte förderfähige Gebiete mit 10.071 unterversorgten Haushalten bzw. Gewerbebetrieben. Aufgrund der geltenden Förderbedingungen und der maximalen Förderhöhe war es nicht möglich, alle unterversorgten Bereiche im Kreis Soest mit in den Förderantrag aufzunehmen. Einzellagen sind durch die Förderung der Bundesregierung leider noch nicht versorgbar, denn lange Zuführungen sprengen die zur Verfügung stehenden Mittel. „Durch umfangreiche Berechnungen und Auswertungen, konnten aber so viele Haushalte wie möglich berücksichtigt werden und der endgültige Förderantrag beim Bund eingereicht werden“, betont Breitbandkoordinator Christoph Hellmann.

„Nach dem Breitbandausbau wird der Kreis Soest ein Vorreiter in der Versorgung mit der zukunftssicheren Glasfasertechnologie bis an das Haus sein“, zieht Landrätin Eva Irrgang ein positives Fazit und bedankt sich bei Breitbandkoordinator Christoph Hellmann für die professionelle Abstimmung mit den Kommunen im Kreis Soest und den Telekommunikationsanbietern.

Breitbandförderung in Siegen-Wittgenstein geht an innogy TelNet und Deutsche Telekom

Startschuss zum flächendeckenden Ausbau des Breitbandnetzes in Siegen-Wittgenstein: Am Freitag, den 23.03.2018 unterzeichnete Landrat Andreas Müller Verträge mit innogy TelNet und der Deutschen Telekom, die den Zuschlag im Förderverfahren erhalten haben und den Ausbau mit Fördermitteln jetzt umsetzen werden. Nach Abschluss der Arbeiten sollen in den Fördergebieten, in denen die Telekommunikationsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen nicht selbst den Ausbau vornehmen wollten, nun geförderte Breitbandanschlüsse mit mindestens 50 MBit/s im Download zur Verfügung stehen. Bereits im April soll es erste offizielle Spatenstiche geben und nur 14 Monate später soll der Ausbau bereits abgeschlossen sein, so sehen es die Verträge vor. Der Kreis Siegen-Wittgenstein will damit der erste Kreis in Südwestfalen sein, in dem die Bauarbeiten des Bundesförderverfahrens abgeschlossen sein sollen.

In den Netzausbau in Siegen-Wittgenstein werden insgesamt 20,5 Mio. Euro investiert. Der Bund und das Land NRW fördern dies gemeinsam mit 3,6 Mio. Euro. Insgesamt werden auf einer Strecke von 230 km Tiefbaumaßnahmen vorgenommen, 861 km Glasfaserkabel werden in neuen und vorhandenen Trassen verlegt und 128 Verteiler neu aufgestellt. Nach Abschluss der Arbeiten werden 10.619 Adressen in Siegen-Wittgenstein erstmals mit schnellem Internet versorgt sein. Hinter einer einzelnen dieser Adressen kann sich ein Unternehmen, ein Ein- oder Mehrfamilienhaus oder auch eine Schule verbergen. 13 Prozent dieser Adressen (1.327) können Glasfaseranschlüsse bis ins Haus erhalten.

Sandra Sonnack, innogy TelNet, Landrat Andreas Müller, Kreis Siegen-Wittgenstein und Marco Bormann, Deutsche Telekom bei der Vertragsunterzeichnung (Foto: TKG-SWF)

Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist der zweite von fünf südwestfälischen Kreisen, der einen endgültigen Förderbescheid erhalten und Verträge mit ausbauenden Unternehmen unterzeichnet hat. Der vorläufige Förderbescheid war am 06.09.2016 übergeben worden (wir berichteten). Nach dem Kreis Olpe, der schon im ersten Förderaufruf des Bundesförderprogramms erfolgreich war, und wo Ende Dezember 2017 der erste Spatenstich erfolgte, hatte der Kreis Siegen-Wittgenstein im zweiten Förderaufruf einen Antrag gestellt. Die übrigen drei Kreise waren im dritten Förderaufruf erfolgreich und befinden sich aktuell noch vor dem Abschluss der laufenden Vergabeverfahren.

Bad Berleburg, Bad Laasphe, Erndtebrück, Freudenberg, Kreuztal und Hilchenbach werden von der innogy TelNet erschlossen. In Netphen, Siegen, Wilnsdorf , Neunkirchen und Burbach baut die Deutsche Telekom aus. (Grafik: TUBS, Municipalities in SI, Logos are public domain, Color by TKG-SWF, CC BY-SA 3.0)

Glasfaseranschlüsse bis ins Haus (fibre to the home, FTTH) sollen mindestens für 503 Unternehmensadressen, 812 Privatadressen sowie zwölf Schulen angeboten werden. Im übrigen Ausbaugebiet werden die Glasfaserkabel nur bis zu den Kabelverzweigern (fibre to the curb, FTTC) verlegt.  In Südwestfalen wird dies eine der letzten Fördermaßnahmen mit FTTC/Vectoring Technologie sein. Mit der neuen Bundesregierung wird es eine neue Förderstrategie für den Breitbandausbau geben, bei der nur noch reine Glasfaser-Ausbauprojekte förderfähig sein sollen und keine Fördergelder mehr für den Breitbandausbau mittels VDSL (Super-) Vectoring ausgegeben werden.

Im Kreis Siegen-Wittgenstein war das Vergabeverfahren zum Breitbandausbau gemäß Bundesförderverfahren bereits am 16.08.2017 mit der vorbehaltlichen Zuschlagserteilung beendet und die Ergebnisse am 05.09.2017 im projektbegleitenden Ausschuss präsentiert worden. Der Zuschlag stand bislang allerdings unter dem Vorbehalt der Prüfung und Genehmigung durch die Fördergeber von Bund und Land. Die finale Antragsstellung auf Bundesfördermittel beim Projektträger hatte der Kreis offiziell am 09.11.2017 eingereicht. Die kreiseigene Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen hatte den Kreis Siegen-Wittgenstein im weiteren Verlauf des Förderverfahrens beraten, u.a. im Rahmen einer Plausibilisierung der eingereichten Angebote der TK-Unternehmen.

Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum anstehenden Breitbandausbau ist der Breitbandkoordinator des Kreises Siegen-Wittgenstein, Markus Menn. Er steht sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen und den Kommunen für Auskünfte zur Verfügung.

BREKO Glasfasermesse 2018

Unter dem Motto „Wir bauen die Netze – und gestalten Deutschlands digitale Zukunft!“ fand am 13. und 14. März 2018 die BREKO Glasfasermesse 2018 im Congress Center der Messe Frankfurt/Main statt.

Wie in den Vorjahren, hatte die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH (TKG-SWF) zahlreiche Kunden und Geschäftspartner wieder zu Deutschlands größter Glasfasermesse und wichtigem Branchen-Treffpunkt eingeladen. Die Messe bot eine ideale Kombination aus Ausstellung, Kongress und Seminaren, wo unter anderem die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Digitalisierung verdeutlicht wurden. Über 150 Aussteller präsentierten neue Produkte und Dienstleistungen rund um Finanzierung, Planung, Bau und Betrieb von Glasfasernetzen.

Am Rande der Messe fand außerdem eine Arbeitskreissitzung von TKG-SWF und den südwestfälischen Breitbandkoordinatoren statt. Neben der anbieter-, hersteller- und technologieneutralen Beratung für ihre Gesellschafter, organisiert die kommunale TKG-SWF regelmäßig den Austausch und Know-how Transfer zwischen den fünf Kreisen.

Die Kreis-Breitbandkoordinatoren (v.l.) Markus Menn (Kreis Siegen-Wittegenstein), Ludger Laufer (Hochsauerlandkreis), Martin Dornseifer (Kreis Olpe), Tilo Deckert (Märkischer Kreis), Christoph Hellmann (Kreis Soest) und Geschäftsführer Stefan Glusa (Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen mbH) trafen sich zur gemeinsamen Arbeitskreissitzung anlässlich der BREKO Glasfasermesse am 13.3.2018 in Frankfurt. (Foto: Klostermann/TKG-SWF)

„Wir werden vor allem den Glasfaserausbau in Kooperation mit Kommunen, Stadtwerken und Carriern in unserer Region weiter voranbringen“, sagte TKG-SWF Geschäftsführer Stefan Glusa. „Unser Ziel in den aktuell laufenden Förderverfahren von Bund und Land ist es, bis Ende 2020 mindestens 50.000 Gebäude in den fünf südwestfälischen Kreisen mit echten Glasfaseranschlüssen auszustatten“, so Glusa weiter. Solche FTTB/H Anschlüsse können für manche Einzellagen in ländlichen Gebieten sogar effizienter als FTTC mit VDSL und Vectoring sein, wenn es nur wenige Teilnehmer mit langen Anschlussleitungen zu versorgen gilt. Aufgrund der Technologieneutralität bleibt ein Einsatz von Vectoring natürlich weiterhin möglich, für diesen werde es zukünftig allerdings keine staatliche Förderung mehr geben.

Passend zum Termin der Glasfaser-Messe in Frankfurt, hatte wenige Tage zuvor die neue Bundesregierung angekündigt, die Förderstrategie für flächendeckend schnelles Internet zu überarbeiten und „in Zukunft nur noch Glasfaser zu fördern“. Dafür solle „sehr viel Geld“ ausgegeben werden, konkret sind zehn bis zwölf Milliarden Euro vorgesehen. Bei der Eröffnung der Messe wurde allerdings daran erinnert, dass die Vergabe öffentlicher Mittel für den Glasfaserausbau „immer nur das letzte Mittel“ darstellen dürfe, wenn ein Ausbau sonst auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich realisiert werden kann. Der BREKO warnte in diesem Zusammenhang davor, einen eigenwirtschaftlichen Ausbau im Wettbewerb eher zu behindern, wenn immer noch mehr Fördermittel eingesetzt würden. Dieses könne letztlich sogar kontraproduktiv zu einem schnellen, flächendeckenden Glasfaserausbau sein.

DLT-Kommunalkonferenz zu Glasfaser-Netzausbau

Im Mittelpunkt der Kommunalkonferenz des Deutschen Landkreistages (DLT) am Montag, 19. Februar 2018 in Berlin stand die große Bedeutung des Netzausbaus mit Glasfaser. Für die kommunale Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen nahm Breitbandkoordinator Tilo Deckert an der Konferenz teil.

Landrat Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistages, sagte auf der Veranstaltung: „Wir brauchen eine flächendeckende, hochleistungsfähige Breitbandinfrastruktur, damit Deutschland nicht den Anschluss an eine Welt verpasst, in der der Digitalisierung immer größere Bedeutung zukommt. Gerade in ländlichen Räumen sind hierfür so genannte Landkreis- und Gemeindemodelle besonders gut geeignet.“

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Tilo Deckert (Breitbandkoordinator Märkischer Kreis), Landrat Reinhard Sager (Präsident Deutscher Landkreistag) und Roland Koch (Aufsichtsrat Vodafone, Ministerpräsident a. D.) am 19.02.2018 auf der Kommunalkonferenz des Deutschen Landkreistags in Berlin. (Foto: TKG)

Positiv zu bewerten sei das klare Bekenntnis des Koalitionsvertrags zur Glasfaser als der einzig zukunftsfähigen Breitbandtechnologie im Festnetzbereich. „Jetzt muss allerdings Dampf unter den Kessel, damit wir tatsächlich zügig eine flächendeckende Verfügbarkeit von Glasfaser erreichen können“, so Sager weiter. Sicherzustellen sei hierbei, dass es sich tatsächlich um Glasfaser bis ins Gebäude handelt.

Die Digitalisierung werde – das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Deutschen Landkreistages, die derzeit ausgewertet wird – von den Landkreisen als große Chance begriffen. „Über die Hälfte der Landkreise erwarten Effizienzgewinne für die Verwaltungsorganisation, fast ebenso viel erhoffen sich eine Attraktivitätssteigerung für Unternehmen und Bürger. Wenig überraschend ist, dass der fehlende oder unzureichende Breitbandausbau das größte Hemmnis für digitale Angebote darstellt“, verdeutlichte der DLT-Präsident.

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Tilo Deckert (Breitbandkoordinator Märkischer Kreis) sprach mit Tim Brauckmüller (Geschäftsführer des Breitbandbüros des Bundes) über die erfolgreichen Förderanträge aus Südwestfalen. (Foto: TKG)

Auf dem Podium waren unter anderem Tim Brauckmüller (Geschäftsführer des Breitbandbüros des Bundes), und Roland Koch (Aufsichtsrat Vodafone, Ministerpräsident a. D.) Tim Brauckmüller stellte in seinem Vortrag aktuelle Zahlen zur Breitbandverfügbarkeit in Deutschland vor und erläuterte anschließend den Status quo des Bundesförderprogramms Breitband. Demnach beläuft sich das Fördervolumen auf 669 bewilligte Anträge, womit 2,4 Millionen Haushalte und Gewerbe sowie mehr als 4.400 Schulen an leistungsstarkes Breitband angeschlossen werden. Brauckmüller hob in diesem Zusammenhang die positive Entwicklung hervor, dass viele Anträge auf den zukunftsfähigen FTTB-Anschluss (Fibre to the building) abzielen, was einen wichtigen Technologiesprung bedeutet.

DLT-Präsident Sager betonte in diesem Zusammenhang die Rolle der Landkreise beim Breitbandausbau: „Bei der Umsetzung der geplanten Bundesförderung in Höhe von 10-12 Mrd. Euro muss die bisherige starke Funktion der Kreise erhalten bleiben. Der Ausbau in Deutschland ist ohne die Landkreise und Gemeinden nicht zu stemmen. Wo stünden wir heute, wenn sich die Landkreise dem Ausbau nicht angenommen hätten? Unser Credo für den Breitbandausbau in den ländlichen Räumen lautet: mindestens eine, dafür aber wirklich flächendeckende Infrastruktur. Das gilt im Festnetzbereich ebenso wie im Mobilfunkbereich.“